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DAS JÜDISCHE OENTRALBLATT.
Versöhnungstage in der That eine Sprengung nach
oben und 7 nach unten vorgenommen wurden Der he¬
bräische Text lautet
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Auf Seite 52 finden wir eine eingehende Schilderung
der Bauart der Begräbnisse bei den alten Aegyptern und
erfahren so, dass die Einrichtung der Höhfyn (!"H"fÄ)
für Begräbnisse eine allgemeine war (Nelle necropoli rae
fitiche dell' antico impero . . . ogni tomba di
qualche riguardo si componeva di una o piu camere co-
strutte con lavori murali, a cui si aveva accesso diretta-
mente per la porta esterna, al livello dei suolo esteriore
e di una o piu camere sotterranee scavate nei sasso in co-
municazione colle phme mediante un pozzo piu o
meno profondo. Una di queste ultime conteneva il sarco-
fago ed era propriamente V hat mel>; una poi delle ca¬
mere superiore convegno dei parenti e deposito delle
ufferte, doveva essere V hat betä.)
Am interessantesten aber ist ohne Zweifel die Belehrung
die uns über die Htt'HK tV% IV - Bucn Mosis Cap.
19. Vers 1 —14 wird. Merkwürdiger Weise denkt Sehia-
parelü gar nicht daran, sondern hm kömmt nur das Opfer
der 2 Ziegenböcke ( 5 ) bei dieser Gelegenheit in den Sinn.
Und doch hätte ihn die rothe Farbe, von der das Opfer
sein musste, auf das richtige führen müssen Die rothe
Farbe war nach ägyptischer Ansicht das Sinnbild der
Herrschaft Sets. ( ; ), des Feindes des Osiris. Das Opfer¬
thier musste ganz roth, und vorerst von einem Priester
als makellos befunden worden sein ( 7 ) (I buoi rossi po-
tevano solamete esserre sacrificati perche col loro colore
rassomigliavano a Set ed aggiungono che nessuna vittima
poteva essere immolata prima che un sacerdote, di cio
in caricato V avesse tsaminatominutamente ed avesse con-
statato che non aveva peli bianchi neri). Man vergleiche
damit Numeri Cap. 19 Vers 2: „Dies ist die Satzung
der Lehre, die der Ewige geboten und gesprochen: Rede
zu den Kindern Israel, dass sie dir bringen eine rothe
makellose Kuh, an der kein Fehl ist, auf die kein Joch
gekommen. Vers 3 lautet- Und gebet sie dem Priester
Eieasar und der bringe sie hierauf vor das Lager und man
(*) Um unseren geach. Lesern die Entscheidung iu ermög¬
lichen, führen wir Sch.'s Worte an: Secondo il bassorilievo cor-
rispondente i granelli di questo profumo sarebbero otto, d; cui seile
disposti sul vaso, e uno soUevalo dal Sötern verso la statua.
( 5 ) In questo rito crediamo trovare una lontana relazione
col rito ebraico dei capia omissario e dell' esscrazione a cui questo
•ra condannato appunnto sull' imposizione della mann.
( 6 ) Vielleicht hängt mit diesem Set, das hebräisch« ItW}
zusammen, wi diess de Rouge schon annimmt* '
( 7 ) Auch Diodor und Plutarch, der letzt« in sein« Schrift
De Iside et Osiride bezeugen diess ausdrücklich.
Die Utbersetiung tod Bibelstellen geben wir nach Zum' Bibel¬
übersetzung wieder.
schlachte sie vor ihm ( 8 ). Vers 4: Und der Priester
Eieasar nehme von ihrem Blute mit seinem Finger und
! sprenge gegen die Vorderseite des Stiftszeltes von ihrem
: Blute 7 mal. Vers 11 handelt von der Unreinheit, die
; aus der Berührung einer tei&ie entsteht, und das ganze
! Capitel hindurch his züSa Schlussrerse 22: Und alles was,
| der Unreine berührt, ist unrein, und die Person die ihn
j berührt, ist unrein bis zum Abend.
Der scheinbar unbegreifliche Zusammenhang des Opferns
i der rothen Kuh mit der Unreinheit, die aus der Be-
; rührung einer Leiche entsteht, die aber in sehr innigem
I Zusammenhange mit derselben steht, erklärt sich nun
mehr von selbst. Das Opfer des rothen Stieres war
den Aegyptern ein Sühnopfer für die Leiche des Ver¬
storbenen, welche ihn reinwaschen sollte von seinen Sün-
; den, um ihn in den Rang der Götter zu erheben. Auch
den- a-t**e>'fiftr ihnfishe Umstände dass bei diesem Opfer
auch der Kopf geopfert werden musste, was bei den son¬
stigen ägyptischen Opfern nicht der Fall war (denn ge-
| wohnlich pflegte man nur das Bruststück und die Schen-
j kel zu opfern) man vergleiche pTgfl HCHrH HIFI)
i nS^DH entspricht der Aufforderung die niÄl*l8 J"HÖ
j ganz mit Haut und Haaren zu verbrennen.) (D'altra parte
j e a notare che, quantunque sopra alcune tavole di Offerte
si veda pure la testa della vittima, certo perö che nella
maggier parte dei casi, questa ne era esclusa e che nep-
pure non e mai nominata nelle grandi liste di Offerte
: he si dovevano presentare nella celebrazione dei fune-
rali). Nun ist auch klar, warum das Gebot der H*"©
HftTK imt den Gesetzen der Unreinheit, die aus Berü¬
hrung einer Leiche entsteht, in Verbindung gebracht
wird. Selbst ßer sonderbare Umstand, dass das Reine
unrein macht und umgekehrt lässt sich aus der Thatsache
erklären, dass durch dieses Opfer der Götterfeind Set
sieb mit dem Haupte der ägyptischen Gottheiten Ovo
[Nor/ vereint. Dass durch das Opfer eine vollständige
Harmonie hergestellt wird, so dass selbst Set sein Freund
wir H.
Auch der Begriff n^35 uua " das damit im Verbindung
gebrachte Gebot ( 10 ) findet ein würdiges Pendant in
dem ägyptischen Gebote, dass der Kopf des rothen Rin-
( s ) Es ist mol zu beachten, dass nicht von L'ritstem, sondern
; nur in Gegenwart eines Priesters die Kuh geschlachtet werden musste;
genau so wie in Aegypten Schiaparelli p. 96: Se poi vogliamo
tener conto della traduzione raecolta da Plutarco, la quäle se noÄ
fu finora conformata dai monumeriti egiziani, e perö conforma al
concetto che ispira il sacrifizio egiziano, pare dopo che eraei
constatato il color > rosso della vittima, un altro sacerdote, \Q
aef ayiatTjc; le applieava sul dosso un nocciolo di argilla umida , .
e pronto per essere ucciso.
(9) Schiaparelli p. 98—99 0 defunto. io venni per abbracci
arti, io sono Oro, io premo a te la tua bocca, io sono Set, che ti
ama.
V. Buch Moria Cap. 14, Vers 22: Keinerlei Ars dürft Ihr
essen; dem Fremdlinge, der in Deinen Thoren ist, magst du e3 gebe«
dass er es esse, oder verkaufe es dem Ausländer; denn ein hei¬
lige» Volk bist du dem Ewigen deinem Gotte. Vgl. Talmud baby-
lonicum, Tractat Chulin fol. 111 b ff.