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' Hitze tn gelten zu mußten mtb habet mit der.P^iMi-
- twftcn Kost zufrtede.n Zu sein, 'mindestens ss laE,
bis er einmal (wann, weiß der Schöpfer) eine Stelle
bekommt,- der soll , in jadenr ^aile weg von hi'r
bleiben, außer wenn er soviel Geld hat, daß er Ein¬
mal ruhig 'von seinem Eigenen leben ka m und dann
noch — mit seinem eigenen Geldt', heimzurvis: i
vermag. . ,
Ums HtmmeWvillen, kläret die lieben LiUt? doch
mal auf, daß keiner 1 hierherkommen soll, der nicht
eine kontraktlich feste Stelle vorher hat, oder, wie
vorerwähnt, soviel Geld mitbringt, daß er davon
einige Zeit leben kann und da in noch genügend Geld
hat, um davon noch zurückreiserr zu können. Tabei
bst zu bedenken, daß. hier das Leben viel teuerer als
in Deutschland ist. Nach deutschem Gelbe (bei der
derzeitigen schlechten Valuta) zahlt man hier für
1 kg Brot zirka 9 Mark
1 kg Fleisch zirka 100 Mark
1 St. Orange zirka 90 Pfg.
1 paar Schuhe zirka 300 bis 1000 Mark
1 Ei 3 Mark
1 Liter Milch 20 Mark
Tem allergewöhnlichsten Diensnuädchen tw.lctu's
noch keine Ahnung vom Arbeiten hat) nmß man
außer freier Kost und Wohnung sowie Kleidung, ein
Monatsgehalt von IV 2 Pfund = 375 Mark geben."
Krakau. Die erste Ortsgruppe du- Agudas-Jisroel
wurde seinerzeit am Tage nach der Kattowltzer Kon¬
ferenz gegründet, und hat sich trotz dcr mannigfacher
Störungen durch die Kriegsjahre in gerabezu vorbild¬
licher Weise entwickelt. Sie umfaßt h:ut etwa 1600
Familienväter, welche mit ihren Angehörigen über
12 000 Mitgliedern entsprechen. Tie straffe Organi¬
sation der Ortsgruppe wird vor allem durch die
innerhalb der Ortsgruppe eingerichtet/ Konsumge¬
nossenschaft Jisroel gefördert. Tie)e hat in den
Zeiten der größten Teuerung nnd des Mangels an
Lebensmitteln alle Mitglieder mit Brot und Mehl
und anderer! Bedürfnissen versorgt, und zwar an den
Mittelstand mit Ausschaltung des Zwischenhandels
zum Selbstkostenpreis, an die Bedürftigen unent¬
geltlich. So erhielten im Atonal Januar beispiels¬
weise alle unter der Kalte leidenden ärrneren Mit¬
glieder je zwei Zentner Kohlen. Tlugenblicklich ist
die Verteilung von Kartoffeln im Gange, urrd schon
werden die Vordereitungerr zürn gemeinsamen Einkauf
von Mazzoth und anderen für Pesach notwendigen
Lebensmitteln getroffen. Auch hier zeigt sich, wie
tn anderen Ortsgruppen, daß die weniger bemittelter
Mitglieder wesentlich hilfsbereiter und opferfreudiger
sich erweisen, als die finanziell günstiger Gestellter.
. Hierdurch wurde auch die Agudo in die Notwendigkeit
versetzt, eine von ihr eingerichtete Mikwo vorläufig
zu schließen, da das vorjährige Defizit sich auf über
120 000 Mark belief. Man plant nach Aufbringung
der nötigen Mittel einen Umbau der Mikwo, welcher
allen hygienischen Anforderungen Rechnung tragen soll.
Augenblicklich sind alle Kräfte angespannt, um die
von der Ortsgruppe eingeleitete Hilfsaktion für die
ukrainischen Pogromopfer zu einer möglichst: umfang¬
reichen zu gestalten. Ansehnliche Summen sind bereits
nach Lemberg gesandt worden. Eine ganz besondere
Erivähnung verdient die Schöpfung und ll rterhaltung
einer orthodoxen Mädchenschule „Beth-Jakuf" durch
die Ortsgruppe, welche einem dringenden Bedürfnis
entgegengekommen war und sich heute allgemeiner
Sympathie erfreut. Innerhalb des Krakauer Ge¬
meinde leben s herrscht augenblicklich Kn heftiger Wahl-
kanips wegen der Gemeinden.'rlvaltung. Als vor zwei
Jahren auf Grund eines Kornpromisses zwischen den
Parteien auch die Orthodoxen ihre Vertreter zu
bestimmen hatten, zeigte sich die ganz' Gefahr, welche
in den: Mangel einer geschlossenvn Organisation liegt.
Es wurde von der Orthodoxie damals, obwohl sie
\ 70 bis 80<Vo der- jüdischen Bevölkerung ausmacht,
.nur eine kleine Anzahl Mandate errungen. In den
zwei Jahren, die nötig waren, bis die Regierung
die neue Gemeindeverivältung bestätigte, ist die Agudo
: soweit erstarkt, daß sich zweifelsohne bei einer neuen
, Wahl nach einein gerechten Wahlsystem .ine völlig
anders zusammengesetzte Gemeind evevvaliung ergeben
wird. Trotzdem werden die Orthodvrenvertreter an
den Beratungen der Genwindevertreter teilrehmen
mit der dlbsicht, in Bälde eine Neuwahl zu ver¬
anlassen, in der Zwischenzeit aber für die stark
vernachlässigten Interessen des Kaschruth ein.zutreten.
Wir haben die sichere Hoffnung, daß die rührige
Krakauer . Ortsgruppe auch weiterhin dein Aguda-
gedanken im Krakauer (Gemeindet ben r uüi Siege ver¬
helfen wird.
Bratislava. Auf Einladung der Gemeinde- und
Agudagruppen hielt Herr David Schreiber einen be-
‘ . geisterten Vortrag im Festsaal der orthodoxen Kultus-
z gemeinde. Einen bleibenden Eindruck hinterließ be-
. sonders das vom Redner entlvorfene Palästina-Ideal
der Aguda,. das in dein vollendeten Aufbau des
sittlich religiösen Gedankens der Thora besteht.
Birnau. Tie Orts- und Jugendgruppe hier, ver-
anftaltet allabendlich Vorträge, die derartig stark
besucht sind, baß eine Reihe von Dozentin, fitr das
lehrbegierige Publikun! gewählt werden mußten, die
in Parallelkursen ihre L-chiurim abhalten. Es sind
- ' Herren:. Metes, Schönftld, Fürst. Raab.
-Halle und Sckffck. .In der- hiesigen Mensa für die
Jefchiva-Bachurini rverden 45 Mitglieocr der Jugend-
v Kruppe, welche die Jeschiva besuchen,, verpflegt..
„Blättern"
- Wie». Das Zentralkomitee der Agudas-Jisroel
hat Veranlassung geuvmmmr, in einer längeren'
Audienz bei dein neugewählicm. österreichischen Bundes»
Präsidenten denselben üdek die Ziele uüd Aufgaben der
Agnda zu orientieren. Ter Präsident' drückte
seine wärrnste Sympathie für die Agudah-Bestrebung!
aus, und betonte, bei dieser Gelegenheit auch, daß
er auf denr Standpunkt der völligen Gleichberechtigung
aller Bürger stehe und die antisemitisch' Bewegung
aufs schärfste m ißbillige. Au der Delegation nahnr
teil die Herren Rabbiner Baunmarten, Tr. I. Volk,
Wolf Pappenheim und Tavid Schreiber.
Wien. Man schreibt uns: Vielleicht in keinem
Land ist es so gelungen, wie in cer Bukowina, die
Aguda zu einem Faktor des gesellschaftlichen jü¬
dischen Lebens auszugestalten. In sämtuchen Or¬
ganisationen, namentlich im Joint besitzt die Aguda
ein Drittel der führenden Stellen. Es ist dort so
durchgeführt, daß das zweite Drittel den Arbeitern
und das letzte Drittel den im Bene Bris zusammen¬
gefaßten „Intellektuellen" zugeunesen ist.
Tie Ortsgruppe in Ezerrwwitz hat Lausend Mit¬
glieder, die ernen jährlichen Beitrag von je 36 Lei
zahlen. Sie unterhält im Altgebäude eine. Talmud
Thora mit 1100 Kindern und hat in Ezerwowitz auch
die Fürsorge sämtlicher rituellen Institutionen mit
Erfolg übernommen. Sie ist führend bei der mit
10 Millionen Lei fundierten Mederaufbaubank.
London, 1. Februar. Im Jüdischen Mädchenklub
des Westen fand am letzten Sonnterg eine Aguda-
Versammlung unter Vorsitz des Präsidenten des
Zentralbüros, Advokat Landau, statt, te v r den
Gaon von Ostrowo und Rabbi Jos. Lew ous Warschau
als Redner vorstellte. Ersterer gab s nnec Freude
über den der Tlelegation gewährten warmen Empfang
Ausdruck. Er stelle da als Vertreter der orthodoxen
Judcmheit des Ostens und rufe seine e rglischen Brüder
zur Hilfe für den Aufbau des jüdisch-religiösen Lebens,
^tur durch gemeinsaure Anstrengungen könne ein
Erfolg erzielt werden. Rabbiner F e r b e r, der
Vorsitzende der West-Londouer dlguda, sagte, vor
einiger Zeit sei er Zeuge gewesen, wie das englische
Publikum in glänzender Mise einem Anfruf Folge
t ab, ein historisches Gebäude in London vor dem
terfall zu retten. Tie Thora, unser köstlichster Bau.
sei in rötlicher Gefahr und er sei sicher, daß die
Juden ihr äußerstes trrn würden, um den Thora-
Fonds der Aguda zu stärken. Ter Thora-Fonds
habe u. q. die Aufgabe über 700 Ehcrdorim und
Jeschiwos, Mädchenschulen und VolkZschulen in Ost¬
europa zu erhalten. Mr. Sherman gab einen
kurzen Bericht über die Leistungen les Thora-Fonds
in der Vergangenheit und appellierte an die Präsi¬
denten der Synagogen und jüdische t Gesellschaften,
die anwesend waren, sich der Älguda anzuschließm.
Rabbiner Lew zeichnete in großen Umrissen das
Golus- und Erez Jisroel-Programm der Agudas
Jisroel. Man dürfe nicht die Augen schließen vor
dern ernsten moralischen und physischer Gefahrerr,
denen unsere Generation gegenübersteht. Je trauriger
jedoch die gegenwärtigeil Zeiten seien, desto mehr
sei es unsere Pflicht, das religiöse Gffühl und das
jüdisck>e Wisserr, die unzerstörbaren Quellen jüdischer
Kraft zu stärken. Das Erztehungsprogramm der Aguda
verdiene die Sympathien jedes Juden; ibr politisches
Endziel sei der Friede. Er protestiere energisch gegen
gewisse boshafte Berichte, die von gegnerischer Seite
über die Aguda ins Publikum gebracht werden. Das
Erez Jisro el-rPogramm der Aguda erstrebe die An-
siedlung möglichst vieler Juden im Larrde auf tra¬
ditioneller Basis. Ter jüdische Genrus würde im
heiligen Land wieder aufteben, aber das Land müsse
heilig gehalten werden, durch ein wahrhaft jüdisches
Leben, daß sich auf ihin entfaltet. Tie Juden seien
das Volk des Buches, die Thora ihr tragbares Mutter¬
land. Ungleich anderen Nationen haben die Juden
ihr Etesetz empfangen, bwor sie ihr Land betrat.m;
die Tljora, unser innigster Freund, »nutz vor dem
Ruin betvahrt werden. Und nicht alle J^ld-:n könnten
nach Palästina gehen; die jüdische Religion allein
sei das erhaltende Elemen.t, das die Fort?xistenz
l-er Juden auch in der Diaspora garantiere.
Tr. Ben Zion Feßler zeichnete die i^tefahr der
Affimilation im Golus.
Anr Eutk' des Meetings wurde eine beträchtliche
Summe .flir drw Thora-Fonds der ?Igudas Jisroel
gefarnmelt.
Spendenliste:
F. Erez Jisroel:
Adelsdorf: Leljrer Bayer, R.-Eh.-Spende 20.
Berlin: Tr. Birnbauin, Teilsaminl. b. Brismiloh
s. Sobnes 191, Rosa Gottgetren, N.-Eb.^Svend.'
5,40.
B e r o 1 z h e i m: Max und MNY Herz, R.-Eh.-Spende
20 .
B t s cho fs w e r der: Frieda Lichteujetd, R.-Eh.^
Spende 20.
Breslau: Berthe Epstein, R.-Eh.-Spenie 13, L.
Preuß, kw. 5, Victor Wreschuer. 315,70, durch
Aron Kober 2595,20. - •
E ö lii: Jos. Earledach, R.-Ch>Spende 0,73, Gotttfr.
Loewenstein anl. d. Verlobung deS Frc. Rosa
Hvffmanu, Kolonie 100.
umi, i "**!.•
. C r eg l i n g tn; Benj/Oberndörfer. R.-Eh-Spende 10.
T a r'nt st d p 1: durch Robb. -Dr.- Marx durch Mayer-
KaHauer 100, d. aus Babenhausen 20.
Tins l a t e n: Tr. Rothschild,. R.-EH.<Spende 1.5.
Frankfurt: Siegft. Roseuberg, N.-Eh.-Spcnde 30,
Eduard Loerventhal, R.-6h.--Speude 5, Zahn¬
arzt Ehrmann, R.-Eh.-Spende 20, Ludwig Lelvt-
sohn, do. 5, Herr und Frau Moli Stern und
Tr. Siegfried Oppenheinicr 1000, Jugend-
qruppe, Sannnlg. 33, Lehrer A. Hirschberg,
R.-Eh.-^Speiide 20, M. Naumburg, do. 6.
Fulda: Jos. Stern, div. Sammlungen 140.
H a l b e r st a d t: Gruppenr>erband 1795,50, Kolonie
270, Jawne 30.
Haßburg: M. Teutschtäner, R.-Eh.-Spende 5.
Hüttcnheim: Fi'eudcnthal, R.-Ch-Spende 10.
K a t t o w i tz: Laz. Wistieki, R.-Eh.-Spende 35.
Kettwig: Felix Müller, R.-Ch-Spende 10.
Lübeck:' Ernst v. Walet, R.-Eh.-Spenoe 10.
Mainz: Marcus Moritz, 22, Ntädchenarnppe, R.-Eh.-
Spcnde 165.
Marburg: Nord. Moschytz, R.-Eh.-Spende 10.
Marktbreit: R.-Eh.-Spend.' 15.
Mellrichftadt: Leop. Adler, R.-Ch.-Spende 10.
Oldenburg: Lehrer Meyberg, R.-Eh.-Speude 55,90.
S ch w a b a ch: Tr. Manes, R.-Eh.-Spende 36.
S ch w e i n f u r t: Synag.-Büchse Arnstein 340, Stnion
Stein, Arnstein 90, div. Einzelspenden 63, M.
Weigersheimer 50.
Sprendlingen: Lehrer Kauftnalin R.-Eh ^Spende
23.
S t r a u b i u g: Wolf Adler, R.-Eh.-Spenoe 30.
W ü r z b u r g: Sannnlung durch Feilcheiiseld 1.500,
L. B. Gutmann, R.-Ch.-Spende 25, N. Eldod,
R.-Ch.--Spende 50.
H o chzeir: Krüger-Mainz mit Frieda Geisel-Neuwied
456,50.
AgudasMoel
OrtsgmppeMnksiikia.M.
Samstag den 26. Februar
abends 8,30 Ahr
im „Löwenhoff Sanauerlandstr. 38
Mgliedewersammlung
Tagesovdnnng:
Das ?k 0 Zramm iet
Ortsgruppe,
Referent: R.-A.Dr. J. Breuer
mitoiieder der 3uaendariipiiß touifiommen
Gedenket unserer Fonds
und sendet Ueiträge an:
Gruppeuverünttd dev Aguda* Iivvael in
Deulschtaud. Aaldeestadt
Postscheckkauto Ue. 18 SOI» Kevttu.
Agudas Ki*e*et Nugeudoegautsatrstt-
GStu am Ntzetu
Postscheckkauta Futtz Caheu Ue.
GSl«.
Paläftinazeutrale der Agudas Atsvorl
fite Deulschtaud. Feankfuel a. M.
Postscheckkonto Kiegfeted KSmeulkat
Uv 44522, Fraukfuvt a. M.
Kviegowatseufonds.
Postscheckkonto Divektion dee Diskonto-
GeseUschaft Uv. 1850. Kertin.
»UNnbwosMche «sdaMsn: RvVbkler Tr. P. Kohn, Vr. S. Ehrmann, & Siias»«,
%ruit von Rupert B«um»«ch, fanifwl a- M.