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Zeitschrift

Titel
Israelitisches Familienblatt
ErschienenBerlin : Leßmann ; Berlin : Leßmann, 1898-1938
Erscheinungsfrequenzwöchentlich
Anmerkung
Digitalisiert in Kooperation und aus der Sammlung des Jüdischen Museums Berlin
Mehr nicht digitalisiert
Teilweise erscheinen die ungezählten Beilagen: Purim-Beilage zum Israelitischen Familienblatt; Extrabeilage; Festbeilage zum Israelitischen Familienblatt; Jüdisches Leben in Bayern; Humoristische Purim-Beilage; Blätter für Erziehung und Unterricht; Jüdische Auswanderung : Mitteilungen aus dem Hilfsverein der Juden in Deutschland; Monatsblätter des Allgemeinen Deutschen Kantoren-Verbandes (E.V.); Der jüdische Sport
Reproduktion
Jahrgangszählung beginnt mit 2. Jahrgang, Nr. 1 (4. Januar 1899)
SpracheDeutsch
Online-Ausgabe
Frankfurt am Main : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2021
URNurn:nbn:de:hebis:30:1-160981 
Jahrgänge
Links
Nachweis
Zusammenfassung

Israelitisches Familienblatt

Herausgeber und Erscheinungsmodalitäten

Redaktion und Verlag: M. Deutschländer, Hamburg

Druck: 1898- 1935: M. Lessmann, Hamburg 36, ABC- Strasse Nr. 57, ABC-Hof

1935-1938: Berlin

Das Israelitische Familienblatt erschien jeden Mittwoch und wurde den Angehörigen der israelitischen Gemeinden von Hamburg, Altona, Wandsbeck und Harburg (ca. 5000 Familien) kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie war per Postabonnement in "Deutschland, Dänemark, England, Finnland, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz, der Tschechoslowakei und Ungarn sowie als Streifbandabonnement in Österreich, dem Saargebiet, Luxemburg, Danzig und dem Memelgebiet für Mk. 4,50/5,10 pro Quartal" erhältlich.

Das Israelitische Familienblatt enthielt wechselnde, gezählte und ungezählte Beilagen in deutscher, jiddischer und hebräischer Sprache: (Die Verlinkungen sind zufällig, nicht chronologisch)

Selbstständige Beilagen mit eigener Titelaufnahme:

Aus alter und neuer Zeit, Illustrierte Beilage zum Israelitischen Familienblatt: 1924 – 1932(?).

Jüdische Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, mit geringfügig abweichenden Titeln: (1927-1938) mit der Beilage Blätter für Erziehung und Unterricht](id/11709017): 1924 -1933 (?). Die Blätter für Erziehung und Unterricht sind teilweise auch parallel im Israelitischen Familienblatt enthalten.

Weitere integrierte Beilagen:

Blätter für Erziehung und Unterricht: 1902 – 13.12.1928 (?); s. zur Konzeption: Bayerische israelitische Gemeindezeitung v. 13.12.1927, Central-Verein-Zeitung v. 10.7.1925.

Humoristische Purim-Beilage: 1902, 1905, 1906.

Purim-Beilage: 1903.

Belletristik: ab 1903, erwähnt in Zeitschrift für hebraeische Bibliographie, 1,1905), S.2.

Monatsblätter des Allgemeinen Deutschen Kantoren-Verbandes:1911-1917.

Mitteilungen des Keren Hajessod. Der Palästina-Aufbau: 1922-1923.

Kalender für das Jahr…: 1915/16 – 1936/37.

Illustrierte Beilage: erwähnt in einem Artikel in der Central-Verein-Zeitung› Heft 11 (November 1932), S. 69.

Unser Familienblatt, Jugendbeilage des Israelitischen Familienblattes: 1934 – 1935.

Jüdische Geschichte und Literatur: 1902-1925, Erwähnt in Zeitschrift für hebraeische Bibliographie, Januar-Februar 1905. Chanukkah- Festbeilage, 1935.

800 Jahre Maimonides- Beilage, 1935.

Wohin? Erste Informationen für jüdische Auswanderer: 1936-?

Programmatik

Das Israelitische Familienblatt wurde 1898 von Max Leßmann gegründet. Ursprünglich an die Hamburger Leserschaft gerichtet, fungierte es zu Beginn als Informationsblatt für die jüdische Gemeinschaft Hamburgs, schnell erweiterte sich der Absatzmarkt aber über ganz Deutschland und in etliche europäischen Länder. Die Zeitschrift hatte eine Auflagenstärke von bis zu 37.000 Exemplaren, (Mitteilungsblatt des Hilfsverein Deutschsprechender Juden, 1.4.1936) und wurde mit dem Slogan: „Verbreitetste israelitische Zeitschrift Europa`s“ oder „Verbreitetste israelitische Familienzeitung des Kontinents“ beworben, (Jüdischer Almanach, 5686 (1925-1926).

Von 16.5.1935 an erschien die Zeitschrift in Berlin, - wenige Monate später, im August 1935 wurde das Israelitische Familienblatt, wie auch weitere jüdische Zeitschriften, durch die Nationalsozialisten vorübergehend verboten: „Das ‚Isr. Familienblatt‘, das keiner Partei nahesteht und allgemein-jüdische Tendenz hat, ist eine der verbreitetsten deutsch-jüdischen Zeitungen. Es wurde seit Hitlers Machtantritt mehrmals verboten“, so Die Stimme vom 16. 08.1935. Im September 1936 warb die Zeitschrift mit dem Slogan „Die Juden haben Sorgen – In diesem neuen Leben brauchen wir einen unbestechlichen Ratgeber und Wegweiser!“ im Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg, 15.09.1936.

Der Hamburger Oberrabbiner Joseph Zvi Carlebach bescheinigte dem Israelitischen Familienblatt im Der Israelit, Heft 19 (12.5.1938) zum 40-jährigen Jubiläum, dass es „einen wichtigen Erziehungsfaktor der deutschsprachigen Judenheit“ darstelle.

Am 3. November 1938 erschien die letzte Ausgabe des Israelitischen Familienblattes.

Zu den Redakteuren und Autoren zählten u.a.: Julian Lehmann, Leo Kreindler, Esriel Carlebach, Dr. Alfred Kupferberg mit Pseudonym: Nehushtan, Dr. A. Feilchenfelder, Theodor Zlocisti, Dr. Gotthard Deutsch, Fab. Landau, Dr. B. Seligkowiz, Alphonse Levy, Gustav Tuch, L. J. Braunhart, Bernard Lazare, J. Loewenberg, Manuel Schnizer, Gustav Ruhland, Dr. D. Leimdörfer, J. Zangwill, Dr. Gustav Karpeles, Leo Herzberg-Fränkel, Rosa Pomeranz, Leo Rafaels, J. L. Petez, Helene Lange, Adolph Kohut, Karl Emil Franzos, David Rothblum, Dr. Arthur Kahn, Dr. Max Grunwald, Dr. Ludwig Pick, Jos. Feiner, Ludwig A. Rosenthal, Babette Fried, Josef Wiener-Braunsberg, Ephraim Mose Lillien, K. S. Grünhut, Lion Wolff, Dr. Salomon Kulka, Joseph Schrattenholz, Fabius Schach, Wilhelm Münz, A. Hatsek, Davis Trietsch, Simon W. Hanauer, Jenny Blumenthal, M. Güdermann, Max Beerman, Aron Marcus, Sidonie Werner, Max Viola, Martin Helinden, Nathan Samuely, S. Bernfeld, Maximilian Paul-Schiff, J. Münz, Bertha Pappenheim, Arthur Ruppin, Fritz Skowronnek, Immanuel Deutsch, Leo Kamnitzer, Max Lessmann, Alfred/Albert Jacoby, S. Meisels, Max Rosenbaum, Eduard Levinson, Dr. Abraham Löwenthal, Paul Rieger, Dr. Feodor Rosenbaum, Fritz Neuländer, Alfred Pitschel, Martha Wertheimer, Artur Holde, Hans Klee, Paul Rehlisch, A. Wiener, L. Scheier, Alb(ert) Heidt, L. Braff, M. Seligmann, Schmidt, M.Tiedemann und Max Wittenberg.

Neben einem Leitartikel, Lokalem und Familiennachrichten, einem Feuilleton und einem ausgiebigen Anzeigenanteil bediente die Zeitschrift folgende Themen, Rubriken und Artikelreihen: "Berichterstattung aus Palästina", „Jüdische Gotteshäuser“, „Gemeinden und Einrichtungen weltweit“, Musik- und Kunstgeschichte, die Portrait-Serie „Im Dienste des Judenthums und der Allgemeinheit“, „Für die junge Welt““: 1902-1919, „Zum Wochenabschnitt“, „Jüdische Literatur (und Wissenschaft)“, „Stimmen der Presse“: ?-1933, „Für unsere Jugend“: ?-1933, „Frankfurter Chronik“: ?-1929, „Für unsere Frauen“: 1902-1917, „Aus der Welt der jüdischen Frau“: 1931 (?)- 1938, "Der jüdische Sport": 1933-1938, "Umschichtung und Auswanderung": 1933-1937, „Der Jüdische Kulturbund am Werk“: ab 1933, „Schule und Haus“: 1931 (?) -1938, „Aus dem Heiligen Lande“, „Deutsche Juden draußen“, "Jüdische Auswanderung", „Aus den Gemeinden“: 1936?-1938, „Deutsche Juden im jüdischen Land“, „Jüdische Musik“: 1936?-1938, "Das Jahr im Bild", „Wirtschaft und Recht“: 1936-1938, „Jüdisches Leben im Rhein-Ruhr-Gebiet“ (1937), „Jüdisches Leben in Bayern“ (1937), "Aus Geschichte und Gegenwart", u.w.

Beilagen

Die Blätter für Erziehung und Unterricht dienten ab 1901 als Presseorgan des im Dezember 1895 gegründeten „Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reich“, gefördert vom „Deutsch-Israelitischen Gemeindebund“ in Berlin. Erster Vorsitzender des Vereins war Dr. Salo Adler, weitere Vorsitzende: Sally Blumenfeld (Adelebsen), Dr. Michael Fiegel, (Vorstand Alte Synagoge, Berlin, in: Der Gemeindebote, 25 (23.6.1893), (Revisor Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden in Preußen, in: Der Gemeindebote, 20 (17.5.1895), S. 2), (Mitglied der Wissenschaftlichen Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin, in: Der Gemeindebote, 4 (24.1.1896)), (Armenkommission der Jüdischen Gemeinde, Berlin, in: Der Gemeindebote, 16 (22.4.1898)), u.a.

Erschließung und Bestand

Der Bestand ist nicht vollständig: Jahrgang 1908 fehlt oder ist nicht erschienen, da die Jahrgangszählung lückenlos ist. Das letzte Heft vom 25.12.1907 kündigt allerdings eine Fortsetzung in 1908 an. Die teilweise schlechte Qualität bitten wir zu entschuldigen. Sie beruht auf den Scanvorlage (Mikrofilmen) und auf dem Papierzerfall der Printvorlagen.

Es fehlen durchgehend Seiten, auch Titelseiten und einzelne Hefte. Teilweise sind die Seiten nicht in der richtigen Reihenfolge aufgeführt. Aufgrund einer fehlenden Vorlage dieser des extrem seltenen Bestandes wurde auf die zeitintensive intellektuelle und unsichere Neuordnung verzichtet. Die Zeitschrift erschien zeitweise ohne Seitenzählungen, teilweise gibt es Druckfehler in der Seitenzählung. Es gibt Abweichungen innerhalb von Heften in der Datumsangabe und in der Heft-Nummerierung und doppelte Seiten/Ausgaben.