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deck ritters seligen dochter, sin eliche husfrauwe, bewedompt hait
uf sine teile an dem winezehenden zu Langenlanslieini, das der selbe
Wilhelm von uns zu manlehen hait, daz wir unsern willen und ver-
henkniss darzu gegeben hain und geben den auch darzu in craft dis
briefs, ire lebetage ir lipzucht davon zu haben und nit lenger, doch
mit behelteniss uns und unsern erben unser manschaft daran. Zu
orkund ist unser ingesigel an disen brief gehangen. Geben uf sant
Nickis tag, anno &c. decimo septimo (1417, Deccmber 6.).
II. Zum ersten si zu wissen, daz Wilheim von Caldenfels seliger
ein teile zehindes zu Lonsheim zu lehin gehabt hait von der graf-
schaft von Nassauwe ghen Kirchem gehörig, daruf er sin husfrauwe
Fihen von Waldeck, herren Stomps von Waldeck ritters seligen
dochter, bewedumt gehabt hait mit willen mins herren seligen von
Nassauwe nach lüde und inhalde der selben wedums- und verhengk-
nissbriefs des lehenherren obgenant und auch Wilhelms. Und als
nu der obgenante Wilhelm seliger von todes wegen verfaren und
abegangen ist, nit lange zit vor dem herbst, hait die obgenante Vihe,
sin witwe, in dem herbst einen botden gen Lonsheim geschickt ge¬
habt, ir solichin zehenden und win zu fordern und zu sammen. Der¬
selbe bode auch also dar komen ist, daz also zu thunde; und als er
sich solichs irs wedums von iren wegen undernomen hait, ist ime von
Petern von Kittenhofen darinne getragen und gelacht worden so ferre
daz is sich gefugt hait, daz geredt ist, daz die wine hinder gericht
verüben sollen bis zu ustrage des rechten. Und sint die wine also
ein gude zit verleben ligen in vorgeschrebener maissen und uf leste
ist Peterchin zu Weidstein, miner junchern von Nassauwe kneeht
daselbst, von mins junchern Philips wegen gen Lonsheim als ein
mompar vor gericht komen und ein clage uf die wine gethan von des
itzgenanten mins junchern wegen und ist die clage mir Frederich
von Lewenstein verkündet von der obgenanten Fihen wegin, der mom¬
par ich dan zu Lonsheim an gericht gemacht bin als recht ist. Und
als mir Frederichen von der obgenanten Fihen miner swegerinnen
wegin solich clage verkündet gewest ist, bin ich zu Lonsheim vor
gericht komen und hau gesagt: Scholteiss! Mir sint clagen von der
wine wegen verkündet mine swegerinne Fihen antreffinde; wer hait
die clagen gethan?' Darzu hait mir daz gericht geantwert: min jun-
eher Philips von Nassauwe, der habe Peterchin obgenant mompar ge¬
macht, sin sachin da zu vertedingen zu gewinnen und zu Verliesen;
der selbe Peterchin habe uf die wine von des selben mins junchern
wegin geclagt, die Vihen min swegerinne antreffinde. Daz han ich
Frederich obgenant verbotten und gesagt: c Scholteiss! Irkennestu mir,
daz min swegerinne Fihe obgenant her vor gericht komen ist und
hait mich mompar gemacht, ire sachin hie zu vevtedingen zu gewin¬
nen und Verliesen?' Des hait mir daz gericht auch erkant, Daz han
ich Frederich obgenant verbot und damüdde gesagt: 'Scholteiss! So
stene ich hier als von der obgenanten Fihen miner swegerinnen we¬
gen und stellen minen lip als von iren wegen vor daz gut, und wil
daz von iren wegin mit recht vertedingen.' Und also sint mir Fre-