Zweytes Buch.
§n welchem die Lehre von den Geistern, und ihrer Macht und Wirkungen, fowol nach der gesunden Vernunft, als auch der heiligen Schrift geprüft werden.
Kapitel l
Nm die Hauptfrage einmal für allemal festzusetzen, muß man hier den Unterschied bestimmen; in wie weit uns die Vernunft, rrnb in wie weit die Schrift Wegweiser seyn müsse; und dann, wie man die Wörter Geist und Cörper zu verstehen habe.
*• müssen unter den-verschiedenen Sachen, die
wir im ersten Buche erzählt haben, nothwen- dig eine Auswahl treffen, welche unsre nähere Aufmerksamkeit erheischen, und welche keiner bedürfen. Denn der Leser wird leicht einsehen, daß ich nicht deswegen von so vielerley Dingen gesprochen habe , um sie alle zu untersuchen, sondern um diejenigen zu überzeugen , von deren Meinung ich abgehe. Ich laß mich also auf die Untersuchung, was in der Lehre der Heiden wahr und nicht wahr sey, gar nicht ein, sondern ich verwerfe nur dasjenige, was mit dem Glauben der Christen nicht bestehen kann, denn ich selbst bin ein Christ, und alle diejenigen sind es, für welche ich dis Werk schreibe. Warum hatte ich also alle diese heidnischenMeinungm gesammelt? Dazu, die Christen dadurch zu überzeugen. Denn welcher Christ wird für eine solche Meinung seyn, wenn er sieht, daß sie an sich nur heidnischen Ursprungs sey? Doch deswegen übergehe ich noch nicht, alles, was uns
die
