Nachtrag
Die Ausgabe dieser Broschüre ist ein wenig verzögert worden; ich gebe deshalb nachstehend eine notwendige Ergänzung:
Über ein Jahr lang mußte die Frage, ob Emin Pascha tot sei oder nicht, einfach unbeantwortet bleiben. Vielfache, sich oft widersprechende Gerüchte machten es unmöglich, eine einigermaßen feste Annahme aufkommen zu lassen.
Noch vor wenigen Wochen konnte man in die Nachrichten von seinem Tode, oder von seiner Ermordung starke Zweifel setzen. Hatte doch das amtliche Deutsche Kolonialblatt in seinem 1. Novemberheft (1893) Mitteilungen von Mr. Stokes gebracht, wonach Stokes sich von Oktober bis Dezember 1892 in der Nähe des angeblichen Thatortes (westlich vom Victoriasee) aufgehalten, aber nichts von dem Vorfälle gehört habe. Vielmehr habe er einen Brief Emins, datiert vom 2. Oktober 1892, in den Händen gehabt und erfahren, daß Emin in Begleitung eines Arabers und eines kleinen Gefolges nach dem Kongo gezogen sei.
Ähnliches war aus dem vom 3. März 1893 datierten Briefe eines Offiziers der belgischen Expedition, die Njangwe erstürmte und Emins Tagebuch und Briefschaften fand, zu ersehen. Es ergab sich zunächst nämlich daraus, daß Emin am 12. Oktober 1892 noch einen Brief geschrieben und sich auf dem Wege nach den Stanleyfällen befunden hat. Der Brief des Offiziers meldete freilich weiter, daß unter den Mitgliedern der Expedition kein Zweifel an dem Tode Emins herrsche. Er sei Ende Februar 1893 auf dem Marsche von den ihm feindlich gesinnten Arabern (Mo- harra, Sard-ben-Abed) ermordet worden.
Bekanntlich steht der belgische Kongostaat seit einigen Jahren in beständigem Kampfe mit den Arabern, die ihre Hauptbeschäftigung, die Sklavenjagden und den Sklavenhandel, durch die wachsende Macht der Europäer bedroht sehen. Der Kongostaat

