Fünftes Kapitel.

eilig klatschten unsere Paddel ins Wasser und jagten unser leichtes Fahrzeug dem Boot entgegen.

Girschner, der langjährige, allgemein geschätzte Arzt der Eingeborenen, wollte, als die Schüsse in der Kolonie gehört wurden — auf seine Beliebtheit bauend — einen verzweifelten Versuch zur Rettung Boeders machen. Seine tapfere Frau erklärte einfach: „Wo du hin­fährst. dahin fahre ich mit," und stieg zu ihm ins Boot.

Mit Mühe und Not gelang es uns, die mutigen Helfer zur Umkehr zu bewegen, und erst als wir ihnen die gänzliche Zwecklosigkeit ihres Vorhabens erklärt hatten, folgten sie unserem Drängen und kehrten um.

Die folgende Zeit.

Unsere nächste Sorge und die rastlose Arbeit der folgenden Stunden waren es jetzt, die Kolonie, so gut es irgend ging, in Verteidigungszustand zu setzen. Wie sollten wir dem Ansturm des Feindes widerstehen, wenn er, wie zu erwarten stand, in allernächster Stunde über uns herfiel, uni sein Zerstörungswerk zu vollenden?

Die Mauern — die Bollwerke aus spanischer Zeit — waren zu zwei Drittel geschleift, Tore und Zugbrücken verschwunden, die Gräben bis zum Rande mit Mörtel, Schutt und Erde angefüllt und versteckt unter einer Decke von Gräsern und Blumen. Nichts hätte die Aufrührer abhalten können, durch die klaffenden Wunden der ein­stigen Festung hereinzubrechen. Die schwache Besatzung wäre beim ersten Anlauf über den Haufen gerannt

32