78 6. Kamerun als Arbeitsfeld der Basler Mission.
bis zum Übertritt in die christliche Gemeinde ist es noch weit, besonders wenn es sich um einen ganzen Volks- stamm handelt. Aber die Folge davon war doch, daß sich überall das Verlangen nach Lehrern kundtat und besonders die Jugend den Zusammenbruch des Alten herbeisehnte. Dieser Stand der Dings führte dazu, daß eine gründlichere Bearbeitung des Gebiets, als dies von Vo- naberi aus möglich war, nötig wurde. Zu diesem Zweck wurde das bisherige Vakundu-Filial Bombe am Mongofluß wegen seiner zentralen Lage zur Hauptstation erhoben und um die Jahreswende von 1896/97 von Missionar Lauffer besetzt. In den nachfolgenden Jahren (1897—1899) wurde sodann von Missionar Stolz ein stattliches Missionshaus erbaut und somit der Vakundu- Valong-Sprengel von der Station Bonaberi abgezweigt. Seine weitere Entwicklung jedoch fällt erst in das zweite Jahrzehnt.
Am Sanaga.
Zu den ersten Stationsgründungen im ersten Jahrzehnt gehört auch die Gründung von Lobetalbei dem Vakoko-Dorf Ndogominye auf dem Ufergelände des Sanaga. Man gab ihr den Namen auf Wunsch eines Ehepaars in der Heimat, das eine größere Summe zur Errichtung einer Kamerunstation gespendet hatte. Die Stiftung selbst war aber nicht die Ursache der Gründung. Diese ist vielmehr zurückzuführen auf einige Mulimba- Christen, die sich noch von den Baptisten her im Mündungsgebiet des Sanaga ohne geistliche Pflege befanden. Missionar Münz suchte sie auf und hegte schon 1889 die Absicht, weiter oben am Fluß, da wo der Kwakwa vom Sanaga abzweigt und wo jetzt Lobetal liegt, eine Station zu errichten. Diese Absicht wurde zunächst dadurch vereitelt, daß das ganze Gebiet des Mulimbastammes im Jahr 1890 von einer deutschen Expeditionstruppe ver-

