102 6. Kamerun als Arbeitsfeld der Basler Mission.

könnten noch um ein Bedeutendes vermehrt werden, wenn genügend Lehrer zur Verfügung stünden. Lagen doch zu Anfang des Jahres 1907 nicht weniger als 31 Bitten um Lehrer vor. Allenthalben trifft man eine empfäng­liche Jugend, die an Begabung den Duala nicht nachstehr. Die Zahl der Schüler betrug am 1. Januar 1911 nicht weniger als nahezu 2550, darunter 2456 Heiden. Charak­teristisch für dieses Stationsgebiet ist, daß die Schüler meist auch ihre Wohnung beim Lehrer auf der Außen- station haben, da die Bevölkerung nicht in geschlossenen Dörfern, sondern in einzelnen Höfen wohnt und die Schüler wegen der Entfernung zu weit in die Schule hätten. Sie sind deshalb gewöhnlich in einem besondern Schülerhaus auf der Station untergebracht, wo sich auch die Christen hie und da anzusiedeln pflegen. Schmucke Kapellen und Lehrerhäuser erheben sich auf den meisten dieser Missionsposten. Zu bedauern ist nur, daß man in dem Gebiet, für das in wenigen Jahren so viele Lehrer aufgebracht werden mußten, teilweise nur mit schwachen Kräften arbeitet, und daß Lehrer und Gemeinden sehr der Pflege und Aufsicht bedürfen, wenn etwas Dauerndes zustande kommen soll. Doch ist es bei aller Mühe und Sorge ein fröhliches Wirken in dem weithin offen stehen­den Lands.

b) Hinein ins Grasland.

Fast zu gleicher Zeit, als die Basler Mission von Edea aus den Sanaga entlang aufwärts drang und Sak- bayeme zum Ausgangspunkt für die Arbeit unter jenen Völkerschaften machte, wurde sie in der Richtung nach Nordenin ein ganz neues Gebiet, nach Bali geführt. Es bedeutete dies zugleich einen Vorstoß in das Hinter­land des deutschen Schutzgebiets, gegen 12 Tagereisen oder 80 Wegstunden weit von der Küste entfernt, wo sich