DIE SÜDBAHN
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DIE SÜDBAHN.
Anfang April 1908 wurde in Südkamerun bekannt, - daß das Reichskolonialamt unter Herrn Dernburg den Bau einer Bahn von Duala nach dem Nyong beschlossen und vom Reichstag die Bewilligung der hierfür erforderlichen Mittel erreicht hatte.
Die von den Südfirmen zur Erkundung der Tracen einer von Kribi ins Innere führenden Bahn, der Süd- bahn, ausgerüstete technische Expedition war gerade erst zurückgekehrt und hatte dem Gouverneur sowohl als dem Reichskolonialamt eine Denkschrift überreicht, in der alle Voraussetzungen für den Bau der Südbahn bejaht worden waren. Nach der Meinung dieser Sachverständigen ließ sich die Reede von Kribi ohne übermäßige Kosten zu einem Hafen ausbauen, der dem Verkehre der Südbahn genügte, — ließ sich die Führung mehrerer Tracen von Kribi nach dem Innern, sei es nach Ebolowa, sei es nach dem Nyong, ohne technische und deshalb auch ohne finanzielle Schwierigkeiten ermöglichen —, und bot schließlich das Land, das durch die Bahn erschlossen werden sollte, nach Bevölkerung und Bodenart die günstigsten Aussichten für die Rentabilität des Unternehmens.
Ohne Bahn und ohne natürliche Verkehrsstraßen, die von der Küste ins Herz des Landes führen, hatte der Handel aus eigner Kraft Südkamerun bis zu den äußersten östlichen und südlichen Grenzen für die europäische Kultur geöffnet. Die Schwierigkeiten des Waren- und Produktentransports, die hohen Kosten der Güterbeförderung auf den Rücken der Menschen durch Urwald und Sümpfe in wochen- und monatelangen mühevollen Wan-
