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KÜSTENSCHIFFAHRT
KÜSTENSCHIFFAHRT.
Den Verkehr an der Kameruner Küste vermitteln zwei kleine Dampfer der Regierung, die „Herzogin Elisabeth" und der „Nachtigal". Ihre wichtigste Aufgabe ist die regelmäßige Beförderung von Post und Passagieren zu den Hauptdampfern der Woermannlinie. Durch die Unterhaltung der beiden Dampfer wird der kleine Etat der Kolonie tibermäßig belastet. Die Unterbilanz, mit der die Kameruner Flottille arbeitet, beträgt jährlich etwa 200 000 M.
Der Gouverneur (Dr. Seitz) erklärte denn auch bei den Etatsverhandlungen im Mai 1910, daß sein Bestreben darauf gerichtet sei, nach Ausbau der Eisenbahn und der Landstraßen den verlustreichen Betrieb der Regierungsfahrzeuge vollständig abzuschaffen. Der Vertreter der H. K. machte darauf aufmerksam, daß die Ersparnisse, die sich daraus ergeben würden, ausreichten, um einen erheblichen Teil des zur Verzinsung der Südbahn erforderlichen Betrags zu decken. Seetüchtige Barkassen könnten, wo Eisenbahn und Landstraßen nicht ausreichten, den Personenverkehr vermitteln.
Die Bemühungen des Gouvernements, wenigstens den „Nachtigal" zu verkaufen, blieben jedoch erfolglos, und auch der anfänglich aussichtsreiche Plan, das unpraktisch gebaute Fahrzeug an Deutsch-Südwestafrika abzugeben, scheiterte, nachdem Dr. Seitz der Gouverneur dieser Kolonie geworden war.
Die „Herzogin Elisabeth" ist den Anforderungen an ein Schiff, das dem Passagierverkehr an der Küste dienen soll, in keiner Weise gewachsen. Außer den für den Gouverneur bestimmten Räumen und einem den Offizieren
