DIE EINGEBORENEN KULTUREN
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DIE EINGEBQBENENKULTUKEN.
In dem Teil des Berichts, der über die Südbahn handelt, ist auf den unzertrennlichen Zusammenhang zwischen der Förderung der Eingeborenenkulturen in Kamerun und dem Bau der Bahn hingewiesen worden. Abgesehen von verschwindenden Mengen Kakao, Öl und Palmkernen und einiger andern Produkte, und abgesehen von dem Handel mit Elfenbein, ist der Handel im Südbezirk fast ausschließlich auf den Erwerb und die Ausfuhr von Gummi gerichtet. Trotz seiner Kostbarkeit und seiner Unentbehrlichkeit für den Haushalt der Kolonie ist jedoch der Gummi nicht geeignet, die Rentabilität der Sübbahn zu gewährleisten, zumal nach Vollendung der Mittellandbahn seine Ausfuhr zu einem Bruchteil über Duala gelenkt werden wird. Immerhin verträgt er eine hohe Fracht und wird in jedem Fall ein gut Teil dazu beitragen, der Südbahn nach Eröffnung ihres Betriebs die Übergangszeit zu erleichtern. Die volle Rentabilität der Bahn kann erst durch die im Wege der Volks - kulturen zu steigernde Produktion von Gummi sowie die Massenproduktion von Erdnüssen, Mais, Kakao, Palmöl und Palmkernen erwirkt werden. Die Ursache dafür, daß Südkamerun die zuletzt genannten Produkte zurzeit nicht in ausreichendem Maße hervorbringt, liegt nicht im Handel selbst, sondern in der völligen Armut Südkameruns an natürlichen Verkehrswegen aus dem Innern zur Küste. Der Marktwert dieser Güter ist zu niedrig, als daß er ihren kostspieligen Transport auf dem Rücken der Eingeborenen gestatte. Die über den eignen Bedarf der Eingeborenen hinausgehende Produktion ist erst dann zweckmäßig, wenn für sie in der Südbahn ein billiges
