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FREIER HANDEL

FBEIER HANDEL.

unge und reiche Kolonien sind darauf angewiesen,

J daß das Prinzip des freien Handels in allen ihren Be­ziehungen, sowohl nach außen im Verhältnis zum Mutter­staate mit seinen Kolonien und zu andern Staaten, als auch nach innen im Lande selbst hochgehalten wird. Die Mitglieder der H. K. f. S. haben sich fast einstimmig zu diesem Prinzipe bekannt und sind auch dann dafür ein­getreten, wenn seine Durchbrechung Vorteile zu bieten schien.

So hat die H. K. noch im Anfang ihrer Tätigkeit einen Antrag abgelehnt, der darauf hinzielte, der Kolonie Kamerun, die von dem Deutschen Keiche als Zollausland behandelt wird, zu einer bevorzugten zollpolitischen Be­handlung zu verhelfen. Das entgegengesetzte Prinzip, das die französische Kolonialpolitik verfolgt, ist ohne Zweifel eine der Ursachen für die Tatsache, daß die Ent­wicklung der französischen Kolonien nicht so rasch voran­geht, wie die der deutschen und englischen Kolonien. Entschuldigt wird die französische Politik durch die ge­waltige Ausdehnung der französischen Kolonien, die den französischen Handel die Gefahr der Zurückdrängung in den Kolonien anderer Staaten nicht in dem Maße fühlen läßt. Diesem Umstände entspricht die geringe Beteiligung des französischen Handels an den Kolonien anderer euro­päischer Staaten. Dagegen sind die Vorteile, die der deutsche Handel in den fremden Staaten und Kolonien genießt, die dem Prinzipe der offenen Tür huldigen, von solcher Bedeutung, daß es engherzig und töricht wäre, zugunsten einer Minderheit jene Vorteile aufs Spiel zu setzen. Von solcher Engherzigkeit hätte die Kolonie