UNRUHEN UND AUFSTÄNDE
153
UNKUHEN UND AUFSTlM)E.
Der H. K. war bekannt, daß die Regierung eifersüchtig darauf bedacht war, der privaten Bevölkerung, besonders den Kauf leuten, die Schuld an etwaigen Aufständen und Unruhen beizumessen und jede eigne Verantwortung abzulehnen. Als deshalb das Gouvernement nicht nachließ, die H.K. um Mitteilung des Materials für ihre Auffassung zu ersuchen, daß die Aufstände in Kamerun nicht lediglich durch Kaufleute verursacht seien, erklärte sie am 15. Januar 1910 dem Gouvernement, daß nach ihren bisherigen Ermittlungen folgende Kameruner Aufstände allein oder zum größten Teil auf Fehler der Verwaltung oder auf Ausschreitung ihrer Organe zurückzuführen seien:
1. Der Aufstand der Ngumbaleute unter Tunga und Mbang-Mbäng 1895/96. Dieser Aufstand richtete sich nur gegen die Regierung, die Karawanen oder die Kaufleute wurden nicht behelligt.
2. Der Jaundeaufstand 1896 gegen den Unteroffizier Müller, dem Leutnant Bartsch und Büchsenmacher Zimmermann ohne Erfolg zu Hilfe eilten.
3. Der große Baneaufstand 1897, veranlaßt durch den farbigen Unteroffizier John Kould und den Soldaten Mathias.
4. Der Buleaufstand 1900/1901, durch die Schwächlichkeit der Verwaltung in Kribi verursacht.
5. Der Anjangaufstand in Nordkamerun im Jahre 1904, hervorgerufen durch eine in schuldhafter Unkenntnis der Verhältnisse trotz rechtzeitiger Warnung vom Grafen Pückler unternommene Expedition.
6. Der Aufstand der Njem und Maka in den Jahren 1904/1905.
