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die Chinesen den meisten Europäern mehr oder minder widerwärtig sind, hat dies Zusammenwohnen auch seine sehr bedenkliche Seite in sanitärer Beziehung. Es ist ja allgemein bekannt, daß z. B. irr Singapvre die Pest fast jedes Jahr von neuem auftritt, und daß sie in Hongkong überhaupt nicht mehr erlischt, ebenso, daß dort und in Schanghai der Typhus endemisch auftritt. Es wurde also beschlossen, die Chinesen rrrit ihrem unvermeidlichen Schmutz und Geruch irr ein besonderes Viertel zu verweisen. Selbstverständlich durfte die in Aussicht genommene Trennung nicht so weit gehen, daß darunter der Handel und das irr geschäftlicher Beziehung absolut notwendige Zusammenwirken beider Rassen litt. Eine weitere Entfernung der Wohnstätten wurde rrrrr irr Aussicht genommen für die chinesischen Arbeiter, die Kulis. Diesen sollte eine von der Eurvpüerstadt möglichst entlegene Unterkunft geschaffen werden.
Tie vorstehend skizzierten Gesichtspunkte haben nun zur Anlage von vier verschiedenen Stadtgebieten geführt.
1. Tie europäische Geschäftsstadt Tsingtau. Sie liegt an Stelle des alten Tsingtau und westwärts davon zwischen der Außenreede und dem Gouvernementshügel. In ihr dürfen Chinesen Geschäfte und Läden besitzen, aber nicht wohnen.
2. Die chinesische Geschäftsstadt Tapautau. Sie liegt nördlich von der europäischen Geschüftsstadt, zwischen dieser und der Jnnenbucht, und steht Europäern und Chinesen zum Geschäft und als Wohnort gleichmäßig frei.
3. Die europäische Villenstadt liegt an: Osthang des Artillerie- und Bismarckberges. Sie stößt an den Badestrand der Auguste-Biktoriabucht und au der: Sportplatz an derselben, der wiederum von der: Kasernen der Marine-Infanterie flankiert wird.
4. Die chinesische Arbeiterstadt Tai taug tschen liegt neben dem einstigen Dorfe Mm; tschia ts'un, 3 Inn nordöstlich Tsingtau. Eine zweite Arbeiterstadt wird aus der Landzunge südwestlich Tsingtau, neben dem Dorfe Hsiauniwa erbaut.
Zu erwähnen bleibt noch, daß sich westlich der chinesischen Geschäftsstadt Tapautau, zu beiden Seiten der Eisenbahn ein besonderes Industrieviertel entwickelt, und daß nach Fertigstellung des großen Hafens dortselbst jedenfalls ein fünfter Stadtteil entstehen wird, nämlich die Werft-, Hafen- und Speicherstndt.
b) Die Landfrage.
Bevor wir die in ihren Einzelheiten recht interessante Stadtgründung naher besprechen, ist es notwendig, die Landfrage einer Erörterung zu unterziehen, da ihre Behandlung der Kolonie einen ganz eigenartigen Charakter gegeben hat. Es ist bekannt, daß in unfern westafrikanischen Kolonien Gebiete, die Süddeutschland au Größe gleichkommen, an

