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auzuerkennen ist, daß die Regierung ihre Kräfte nicht zer­splittert hat, sondern diese voll beim Bau der Häfen in der Innenbucht eingesetzt hat, so glaube ich doch, daß es in: Interesse der Kolonie liegt, daß in absehbarer Zeit die jetzt sehr unangenehmen Landungsverhältnisse in der Tsingtau-Bucht eine durchgreifende Besserung erfahren.

Mit diesen 3 Hafenanlagen wird dann auf lange Jahre hinaus jedem Bedürfnis Rechnung getragen sein. Doch möchte ich hier gleich noch ein der späteren Zukunft angehörendes Projekt erwähnen. Jur äußersten Süden der Kolonie, aber auf chinesischer Seite, liegt am Eingang zur Arkona-See der kleine Dschunkenhasen Linkou. Er eignet sich dazu, einen End­zweig der Eisenbahnlinie Jtschoufu—Tsingtau aufzunehmen, um kleinere Schiffe mit. Kohlen zu befrachten. Es erübrigt, hier näher auf dies Projekt einzugehen, einmal, weil die Bahn nach Jtschoufu noch im weiten Felde steht, dann, weil es mir zweifelhaft ist, ob die Regierung sich einen Konkurrenten für Tsingtau ohne weiteres gefallen lassen wird. Doch habe ich geglaubt, das Projekt wenigstens erwähnen zu sollen.

5. Verkehrsfragen.

Die Schantungeisenbahn.

Der fast völlige Mangel an schiffbaren Wasserwegen in Schantung und der überaus dürftige Zustand der Land- Verbindungen, die den Gebrauch nur wenig leistungsfähiger Fahrzeuge gestatten und damit jeden Transport zu einem ebenso langwierigen wie teueren machen, erforderten eine grund­sätzliche Aenderung in der Gestaltung der Verkehrsbeziehungen des Kiautschougebietes zu seinem Hinterlande. Der rasche Bau von Eisenbahnen war daher der entscheidende Faktor für die Entwicklung von Handel und Gewerbe und bildete die nächste und wichtigste Aufgabe der wirtschaftlichen Erschließung des Landes. Drei große, von der Kiautschoubucht ausgehende Bahn­linien waren sowohl von Professor von Richthofen wie von Oberstleutnant Wagner für Schantung gefordert worden: Kiautschou—Tsinanfu, Kiantschou—Jtschoufu und Tsinanfu— Jtschoufu. Von diesen ist die erste für unsere Kolonie aus mehreren Gründen die wichtigste. Einmal folgt sie von Weihsien ab der Haupthandelsstraße der Provinz und gestattet, dem bis­herigen Haupthafen Tschifu am raschesten Konkurrenz zu machen. Dann berührt sie die der Kolonie am nächsten liegenden Kohlenfelder voll Matzh südlich Weihsien und späterhin die großen Kohlengebiete von Poschan, und schließlich erschließt sie mehrere reiche Gebirgsthäler, welche wertvolle Ausfuhrartikel zu liefern imstande sind. Die zweite Bahn Kiautschou— Jtschoufu würde den Abbau der bei letzterer Stadt gelegenen großen Kohlengebiete ermöglichen. Die Verbindung dieser beiden Linien durch eine Bahn Tsinanfu—Jtschousn würde als

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