Abdruck aus der Deutschen Ikolonialzeitung.

Die Entwicklung des Kiautschougebiets.

Von Maercker, Hanptmnnn im Jnf.-Nec;t. von Botzen Nr.41.

Zweiter Teil.

5. Berkehrsfragen.

Post und Telegraphie.

«) Post. Als im November 1897, unmittelbar nach der Meldung von der Einnahme Tsingtaus die für den Ort be­stimmten Besatzungstruppen auf den Dampfern Darmstadt und Krefeld dorthin gesandt wurden, wurde dem Transport auf besonderen Befehl Sr. Majestät des Kaisers ein Feld-Telegraphen- und Feld-Postamt augeschlossen. Zur Verbindung zwischen den Militärlagern und der Kommandobehörde wurde das not­wendige Telephonmaterial mitgeschickt. Aus eigenem Antriebe sandte das Reichs-Postamt gleich die Ausrüstung für eine zweite Postanstalt mit. Der Transport traf am 26. Januar 1898 irr Tsingtau ein, und am gleichen Tage wurde eine Postagentur eröffnet, die irr einem der kleinen, ärmlichen Lehmhäuser des einstigen Fischerdorfes untergebracht war und den Stempel Marine-Feldpost Tsiutanfort" führte. Sie war in rechnerischer und dienstlicher Beziehung dem Postamt Shanghai unterstellt und hatte etwa den Dienst eines Postamts kl oder Ikk. Es mag gleich hier erwähnt werden, daß der häufige Wechsel in der offiziellen Schreibweise des Namens der Kolonie sich vor allen: irr den Poststempeln wiedergefpiegelt hat. Wir finden Stempel mit Tsiutanfort, Tsintaufort, Tsintau-Kiaotschau, Kiautschou- Gebiet, schließlich feit Juni 1898 Tsingtau Kiautschou-Gebiet.

Tie Wirksamkeit der Postagentur erstreckte sich auf Post­sendungen jeder Art mit Ausnahme von Postaufträgeu und Nachnahmebriefen. Sie versorgte auch die Militär-Außenposten Litfiun, Tsang kou und Scha tstz kou mit Post, indem sie Botenposten nach Lit'sun abfertigte, von wo die Sachen durch Militärpatrouillen weiterbefördert wurden.

Am 23. Juli 1900 erfolgte die erste Erweiterung des Betriebes durch Errichtung einer Agentur in Ta pu tur, den: Hafenorte der Stadt Kiautschou, welche den Postverkehr mit den am Bahnbau beschäftigten Beamten erleichtern sollte, im September 1900 eine zweite Erweiterung durch Einrichtung einer Feldpoststatiou in Kiautschou, die ein Vierteljahr später in ein