Produkten- und Uerkekrskarte der Provinz Schantung.

Die beigefügte Skizze stellt einen ersten Versuch dar, die hauptsächlichsten Produkte des Hinterlandes unserer Kiautschou- kolonie, im besonderer: die Lage der nutzbaren Mineralien, nachzuweisen. Von diesen wird einmal das Eisen eine be­deutende Rolle spielen. Es findet sich an zahlreichen Orten. Die hauptsächlichsten Fundstellen dürften östlich Tsinan su, irr der Umgebung von Jtschou fu und in der Nähe des Kaiser­kanals, unweit des Marktplatzes Herr tschia tschuang (südwestlich I hsien) liegen. Ein Abbau irr größerem Maßstabe findet wegen Kohlenmangels bisher nicht statt. Die Eisenindustrie Schantungs (besonders Wei hsien und Mn tschöng) verarbeitet deshalb hauptsächlich aus dem Ausland und aus Scharrst ein­geführtes Eisen, darunter viel altes Eisen.

Was sonst an Mineralien vorkommt, ist der Rede kaum wert, und man kanrr auch kaum annehmen, daß irr dein dicht­bevölkerten Lande noch erhebliche neue Funde zu erwarten sind. So habe ich denn die Fundstellen vorr Gold lediglich der Vollständigkeit wegen ausgenommen Das Edelmetall wird nur aus Flußsand als Waschgold, nie arrs Gängen gewonnen. Ebenso wie bei dem nördlich Möng hin gelegenen Silber­bergwerk lohnt der Ertrag kaum die Mühe des chinesischen Arbeiters.

Das gleiche gilt von dem Glimmer Tschrr tschörrgs, wo der Abbau während der Ernte eingestellt wird, da er sich dann nicht lohnt.

Sehr wichtig ist das Vorkommen von Steinkohle. Diese kommt bereits zur Ausbeutung im Revier von Fang tsh, südlich Weihsien, wo zrvei Flötze von befriedigender Qualität abgebaut werden, von denen das untere eine Mächtigkeit von 4 m besitzt. Das Revier ist durch ein Anschlußgleis mit der Station Tschang to Herr der Schantungbahrr verbunden.

Voraussichtlich noch binnen Jahresfrist wird auch das nächste Kohlenrevier, bei Poschan, Eisenbahnanschluß erhalten. Es ist nach unserer bisherigen Kenntnis das bedeutendste Kohlenvorkommen Schantungs, auch soll die Kohle die Wei- hsien-Kohle an Güte noch übertreffen. Der Abbau der Kohle und der Eisenbahnanschluß lassen auch ein Aufblühen der reichen Industrie des Poschantales (Glasbläsereien, Töpferei, Eisenindustrie) erwarten.