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Sitzungsbericht der Sonderabteilung für Rindviehzucht

am 7. Juni 1919 im HotelRheimscher Hof".

Anwesend: Schneider, Hüttenhain, Hundsdörfer, Jaspersen, Frhr. von Maitzahn, Frhr. von Esebeck, Dr. Schwonder, Rosenow, Schlettwein, Koch, Kall- weit, Graf zu Dohna, Ben necke, Vogel brück, Fröh­lich, Kühn e.

Der Vorsitzende, Herr Schneider, Okosongomingo, er­öffnet um 9 Uhr 45 Min. die Sitzung und führt etwa folgendes aus:

Es hat sich im Laufe des Jahres bei den Exporten, die durch: den Verband erfolgt sind, herausgestellt, daß die Qualität der ausgeführten Ochsen um ein beträchtliches die Erwartungen über- troffen hat, die man auf unser Fleisch bis dahin allgeme in im Lande gesetzt hatte. Daran ändert auch die kürzlich erschienenes Notiz imWeltkrieg" über die humorvollen südafrikanischen Ochsen nichts.

Soweit wir unterrichtet sind, hatte unser Fleisch trotz fünf- bis sechstägiger Bahnreise und sofortiger Schlachtung nach Ankunft immer die QualitätMittel" bisGut Mittel" erreicht.

Dieses Ergebnis darf uns aber unter gar keinen Umständen be­friedigen, da unser Land auf weiten Strecken geeignet erscheint,, bei entsprechender Haltung ein besseres, vor allem schnellwüchsige­res Rind zu tragen. v

Als großer Mangel hat sich die völlige Unausgeghcbenheii unserer Ochsen herausgestellt und dk Erwägungen des Sonderaus­schusses für Rindviehzucht (Dritter Band, Schriften der F. W. G.,, Seite 7, Absatz 6):Im Interesse einer einheitlichen Fleischquali­tät im ganzen Lande für den Export ist rotes Afrikandervieh das geeignetste, wenn erforderlich mit Verwendung von alten roten englischen Rassen oder mitteldeutschem Rotvieh, je nach den Ver­hältnissen der Gegend." sind durch die Praxis als durchaus richtig bestätigt und unterstrichen worden.

Somit sind uns die Richtlinien klar vorgezeichnet. Die Er­reichung des Zieles stößt jedoch auf große Schwierigkeiten.

D-ie einzelnen Bestände sind noch sehr wenig ausgeglichen, so idaß die Anlage von Herdbüchern noch für eine Reihe von jahrem ausgeschlossen erscheint. Schuld daran ist vor allem die mangel­hafte Zufuhr von frischem Blüt in den gewünschten Schlägen. Zwei Gründe erscheinen hierfür ausschlaggebend. Der Hauptgrund ist die außerordentliche Geldknappheit, die es vielen verbietet, eine größere Summe in einem zu importierenden Vollblutbullen anzu­legen, der zweite Grund ist der Mangel an Vorkehrungen und ge­eignetem Personal, die die Haltung von Vollblutbullen erfordert. Diesen beiden Gründen müssen wir versuchen beizukommen und