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Et. Parkinson und W. Foy: Die Volksstämrne Neu Pommerns

Hier finden wir sie daher auch heutigen Tages noch [auf der Karte horizontal schraffiert], und zwar haben sie in ihrer Abgeschlossenheit ihre ursprünglichen Eigentümlichkeiten besser und reiner bewahrt als irgend einer der Nachbar stamme. Von ihren Nachbarn auf der Hochebene werden sie Baining" genannt, dessen Bedeutung ich nicht feststellen konnte. ['] Nicht nur im Körperbau unter­scheiden sie sich von jenen, sondern auch in Sprache, in Sitten und Gebräuchen. Sie kennen kein Muschel­geld ans Xassa (Diwara), sie kennen keinen Dukdnk und sind, obwohl sie stellenweise die Küste erreichen, keine Seefahrer. Ihre Nahrungsmittel bereiten sie theilweise mit heissen Steinen in einem röhrenförmigen Gefass aus Baumrinde, das gewissermassen den Kochtopf vertritt [ 2 ]. Sie fertigen Keulen an mit durch­bohrten oder richtiger durchbrochenen Steinknäufen, eine Fertigkeit, die ihnen von einigen ihrer Nachbarn auf der Hochebene abgelauscht worden ist. Sie veranstalten zu einer gewissen Zeit des Jahres grosse Tanz­feste, wobei die Aufrührenden mächtige Aufsätze auf dem Kopfe tragen, manchmal bis zu 30 m Höhe und von einer Schwere, dass der Träger darunter erdrückt werden müsste, wenn nicht zahlreiche Eingeborene durch

Völkerkarte von Neu Pommern*)

lange Bambusstangen das Gebäude aufrecht hielten und das enorme Gewicht für den Träger verringerten: nichtsdestoweniger brechen die Aufführenden häufig bewusstlos unter ihrer Last zusammen. Eine Kollektion der hauptsächlichsten Formen dieser bisher so gut wie unbekannten Tanzaufsätze befindet sich im Dresdner Ethnographischen Museum; obgleich diese Stücke von ziemlicher Grösse sind, so repräsentiren sie doch nur die kleineren Formen; die wirklich riesigen Stücke würden schwer zu transportiren sein und werden an Ort und Stelle in eigens zu diesem Zweck erbauten langen Hütten, in Blättern wohl eingehüllt, auf­bewahrt [''].

Unter sich stehen die Baining in fast ununterbrochener Fehde, und erst neuerdings ist es den Bestrebungen der Behörde wie der Katholischen Mission gelungen sie gegen die Uberfälle ihrer Nachbarn einigermassen zu schützen.

*) [Die Angabe der einzelnen Stämme beruht auf dem zugehörigen Text und auf einer von Herrn Parkinson eingesandten Karte; wo beide nicht ganz Übereinstimmten, ist dem ersteren gefolgt worden. Red.]