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1. Der 10. November 1885

— Luthers Geburtstag — war der Geburtstag einer ueueu luthe­rischen Mission, unserer Neuendettelsauer Heidenmission in Nord- Queensland und Deutsch-Neuguinea.

Schon sieben Jahre früher, während ich ums Kap der guten Hoffnung segelte, froh, zu den armen Anstralnegern als Heiden­missionar ausgesandt zu sein, war es über mich gekommen wie eine Ahnung zukünftiger Zeiten. So sagte ich eines Tages zu meinem lieben Reisegefährten Br. Matschoß: „Am liebsten ginge ich zu einem noch ganz unberührten Heidenvolk, noch nicht Zer­treten, gedrückt und verdrängt durch weiße Ansiedler, wie es auf dem Festland von Australien schon der Fall ist. Dort hinter Australien, die große Insel Neuguinea, das wäre mein Ideal".

Ich kam nun zu den Dieri im Innern von Südaustralien, lebte mich in der dortigen Sandwüste leicht ein, konnte bald in Schule und Kirche arbeiten, eine Anzahl Heiden taufen und dachte nicht mehr an Neuguinea.

Als ich einmal ausgefandt wurde, tiefer im Innern das Land zu erkunden nach einem geeigneten Platz für eine Zweigstation, da hätte ich gern eine Oase mit gutem Land uud Wasser entdeckt, um die armen Jägernomaden bei Gärten und Feldern zu sammeln. Doch so was ist im Innern des australischen Festlandes nicht zu erreichen. Erst auf Neuguinea fand ichs später im Ueberfluß.

Nördlich von Kopperamanna war in erreichbarer Entfernung kein geeigneter Platz mit genügend Schwarzen für eine zweite Station auffindbar gewesen.

So kam das Jahr 1884 und mit ihm die deutsche Kolonial- Aera. Das deutsche Vaterland wurde nun auch Mutterland. Man las in den Zeitungen von den Flaggenhissungen deutscher Kriegsschiffe in der Südsee, und wie Deutschland auch auf einen großen Teil der Rieseninsel Neuguinea mit ihren Palmengestaden, üppigen Ebenen uud immer grünen Bergen seine Hand gelegt habe. Da eröffnete sich Aussicht, daß der Traum meiner Kindheit sich noch erfülle: ins fernste Heidenland zu noch ganz unberührten Stämmen als Missionar ziehen zu dürfen.

Ich setzte mich hin und schrieb ein langes Schreiben. Dieses sandte ich ans Missionshaus in Neuendettelsau und die Abschrift an unser Missions-Komitee in Südaustralien. Erst als die Briefe fort waren, teilte ich meiner vom Besuch der Ihrigen heimkehren­den Frau mit, daß ich mich erboten hatte, nach Neuguinea auf Vorposten zu ziehen. Ich hatte befürchtet, sie könnte mich wieder wankend machen, wenn ich ihr meinen Entschluß mitteilte. Sie war nun freilich etwas erschrocken. Ich sagte ihr, sie möge sich nicht Sorge machen, ehe wir überhaupt wüßten, ob etwas aus der Sache würde. Es ließ sich auch zuerst zweifelhaft an. Nach etlichen Wochen kam ein Brief vom Präses des Missions-Komitees,

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