Missionsfreuilde am 10. November Z885 ab, um auf Fuhrwerk, Eisenbahn und Schiff unch Neuguinea zu kommen.
2. Ein unliebsamer Aufenthalt
wartete uuser zu Cooktown. Schon in Sydney wurden wir darauf vorbereitet.
Im General-Konsulat freundlich beraten und mit Empfehlungsschreiben an den Kaiserlichen Reichskommissar Herrn von Oertzen versehen, suchten wir auch die Ageuten der Neuguiuea-Komvagnie dortselbst auf. Diese machten uns die unangenehme Eröffnung, daß wir nicht sobald würden nach Neuguiuea kommen können, dazu müßten wir vor allein die Genehmigung seitens der Direktion der Neuguinea-Kompagnie in Berlin haben. Ueberhaupt sei es verfrüht für Missionare oder andere Ansiedler, nach Deutsch-Neuguinea zu gehen. Die Kompagnie mache ihre ersten Versuche mit Niederlassuu- gen, sie wolle erst sichere Verhältnisse schassen und so weiter. Ferner sagten uns die Herren: Cooktown sei ein sehr heißer Ort. Wir täten besser, nach Südanstralien umzukehren, bis Neuguinea geöffnet würde.
Wir beschliefen uns die Sache eine Nacht. Folgenden Tages verfügten wir uus wieder zu deu Herren und sagten: Die Hitze in Cooktown könne uns nicht abschrecken, denn heißer als im Innern von Australien würde es dort schwerlich sein. Wir wollten nuu vorwärts gehen, so weit wir könnten, d. h. bis Cooktown. Dortselbst würden wir warten, bis wir nach Neuguiuea weiter reiseu könnten, denn wir hofften bestimmt, daß Missionaren der Zugaug nach Neuguinea bald würde gestattet werden.
Vor unserer Weiterreise nach Sydney schrieb ich dann noch an den Herrn Inspektor unseres Missionshauses, sowie an das Missions-Komitee in Südaustralien, doch alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die für uns verschlossenen Tore von Deutsch-Neuguinea zu sprengen.
Es ist eiue weite Strecke von Sydney bis Cooktown, die ganze Ostküste von Australien hinauf. Sie wurde damals von Küstendampfern mittlerer Größe befahren, die besonders in Queensland an zahlreichen Orten anhielten. Sie hatten für Reisende nur zwei Klassen. Kajüte und Zwischendeck. Wir nahmen Zwischendeckspassage undreisten, die Unannehmlichkeiten der Seekrankheit reichlich kostend, aber im ganzen glücklich, die ganze Küstenstrecke nach Norden.
In Cooktown sanden wir einen Ort mit ein paar tausend Einwohnern, zum guteu Teil waren es Chinesen. Die Lage des Städtchens ist nicht übel, in kleiner Ebene zwischen Bergen. Nahebei erhebt sich der Mount Cook in schöner Pyramidenform bis zu 1500 Fuß. Ein kleiner Fluß müudet dort in eine Hafenbucht, darin einst der berühmte Entdecker Cook mit seinem Schiff Endeavor geankert hat. Nach diesen: Schiff ist auch das dortige Flüßchen benannt.

