Der Bubui ist ein unheimlicher Fluß. Bei semer Münduug, nahe unsrer ersteu Station Simbang, sagen sich Haisische und Krokodile Gutenacht. Im Lauf der Jahre sind uns mehrere Fülle bekannt geworden, daß Schwarze am Bnbuisluß beim Fischen oder auch beim Fahren aus niedrigen Kanus teils getötet, teils schwer verletzt wurden. Zum Glück gibt es auf Neuguinea in den un­ermeßlichen Wäldern und Dickichten keine reißenden Landtiere.

Die Verhältnisse aus unserer ersten Station Simbang besserten sich allmählich. Im Vergleich zum Anfang ließ sich alles gut und hoffnungsvoll an, nur ein böser Gast blieb, das Mnlariafieber. An dieser Krankheit litten wir alle mehr oder weniger. Bei mir wurden die Anfälle mit der Zeit bösartiger, erst mit tagelangem Brechwürgen, und schließlich stellten sich die gefürchteten Schwarz­wasserfieber bei mir ein, von denen ich im Lauf vou etwa zwei Jahren wohl ein Dutzend Anfälle hatte. Zu Zeiten litt ich auch an vielen und sehr schmerzhaften Blutschwäreu. In der Fieber­qual sprach ich zuweilen von Flucht aus dem bösen Lande. Waren solche Anfälle glücklich überstanden, und machte ich dann neue Arbeitspläne, so erinnerte mich meine Frau zuweilen: „Du hast doch aus dem bösen Lande fliehen wollen." Ich antwortete dann! „Nun bin ich wieder wohl, da wird nicht geflohen." —

Ja: Ich danke dem HErrn, der mir geholfen hat. —

Wir machten aber doch ernstlich Pläne, dem bösen Fieber mehr zu entrinnen. Wir trachteten nach einer zweiten und ge­sünderen Station. Am liebsten wären wir bald auf die Berge gegangen. Aber das konnten wir noch nicht wagen. Wir fühlten uns dazu noch nicht stark genug und hatten dafür keine rechten willigen Hilfskräfte aus den Schwarzen.

Weiße Kräfte waren wir nun genug, um eine zweite Station anzulegen. Br. Tremel war nach mir nach Südaustralien in Urlaub gegangen und verheiratet zurückgekehrt, von Elim war Br. Pfalzer und von Neuendettelsau nach Br. Bamler noch Vr. Vetter gekommen, so entschlossen wir uns zunächst

5. Tie Jnselstatimt Tami

anzulegen.

Schon während meiner Wartezeit in Finschhafen hatte ich die Tami-Jnsulaner kennen gelernt, wenn sie auf ihren großen, see­tüchtigen Zweimastkanus dahin kamen, um die Weißen zu besuchen und mit ihnen Tauschhandel zu treiben. Es waren große, statt­liche Leute, mehr noch als die Aabim. Sie sprechen mit diesen ihren nächsten Hcmdelsfreunden in der Aabimsprache. unter einander haben sie einen eigenen, sehr weich klingenden Dialekt.

Die Tami, Aabim, Bukaua und andere verwandte Küsten­stämme sind offenbar aus den östlichen Inseln zugewanderte Me­lanesien die Kai, Poum, Tepengi und andere sind papuanifche Urvölker. Beide Völkergruppen sind sprachlich gänzlich verschieden,