Sicherung d. Waldungen gegenüber d. organischen u. anorgan. Natur. 21

Soweit möglich wurde den aus den Saatbeeten ausgehobenen Pflänzlingen die Erde belassen, bei weiterem Transport zerfielen aber sehr viele Ballen, da der Boden nicht sehr bindig war.

Ein Versuch, die Saatplätze zuerst nur teller- und späterhin riefenweise zu reinigen, wobei das Unkraut zum Schutze gegen die Sonne auf den Bänken belassen wurde, behob nicht den anderen Nachteil, daß dasselbe sich bald über die Pflänzlinge legte und sie niederdrückte; bei der folgenden Reinigung wurden sie zum größten Teil von den Kulturarbeitern übersehen und mit dem Buschmesser niedergeschlagen.

Ein weiterer kleinerer Versuch mit verschiedenen Holzarten, der einen Erfolg zeitigte, war folgender: Ich entfernte von den frisch gesetzten kniehohen Pflanzen und Heistern die unteren Zweige und beließ nur den Gipfeltrieb; durch diese Wegnahme überfllüssiger Belaubung wurden die zum Versuche herangezogenen Pflanzen (Juniperus procera, Khaya senegalensis, Eucalyptus ma- culata, Cupressus brasiliensis usw.) gerettet; ebenso begrünten sich völlig entlaubte Chininstämmchen nach einigen Wochen wieder.

Das andere Temperaturextrem, der Frost, ist gleichfalls ein unwillkommener Gast. Im August 1910 erfroren im Schumewalde, im Forstgarten bei Neu-Hornow (ca. 1875 m ü. d. M.), bei einer Temperatur unter Null die kaum handhohen Keimlinge zweier einheimischen Holzarten aus dem Gebiete des Viktoria-Nyansa (1400—1500 m ü. d. M.), welche sich mehr für feuchtwarmes Klima eignen, nämlichMuhumula (Maesopsis Eminii [Engler]) und Msambia (Markhamia platycalyx [Spragne]) \ bei der Forststation Magamba (1750 m ü. d. M.) Keimlinge von Acacia mollissima, ja sogar über 3 m hohe Eucalyptus maculata, während zwei Nadelhölzer: Juni­perus procera und Cupressus brasiliensis nicht gelitten hatten. Aus den Achseln der über der Erde hervorstehenden dickfleischigen Keimblätter von Muhumula kamen bereits Mitte September neue Triebe hervor. Auch die wilde Olive (einheimisch) Olea chrysophylla, ist frostgefährdet; eine kleine Freikultur davon am Blockhaus Manolo im Schumewalde war in den Vorjahren erfroren, an Stelle des abgestorbenen Gipfeltriebes übernahm ein unterer Seitentrieb

1 Nach Dr. W. Holtz, „Der Minsirowald in Deutsch-Buddu", ist Muhumula ein Baum zweiter Größe mit gelblichem Holz, Msambia ein solcher dritter Größe mit grauweißem Holz, beide in der Jugend sehr raschwüchsig (in geschlossenen Beständen dürften sie voraussichtlich bessere Schaftformen und Höhen ent­wickeln); Vorkommen ca. 1200 m ü. d. M.