Vorwort.

em Wunsche des Verfassers und der Verleger nach einer Vorrede für dieses Buch komme ich mit grosser Freude nach. Zunächst scheint es mir wirklich ein ungewöhnlich nützliches und verdienstvolles Buch I zu sein und dann empfinde ich auch die Verpflichtung, dem Reichs- I Kolonialamt öffentlich für die Unterstützung zu danken, durch die allein die Drucklegung ermöglicht wurde.

Der Verfasser ist kein Ethnograph von Beruf, aber er hat offene Augen und hat manches gesehen und beobachtet, was auch ein Fachmann leicht übersehen hätte können. Da der grösste Teil des Buches gedruckt werden musste, während Herr Rehse in Afrika war, und da er nur für einige Bogen die Korrekturen selbst lesen konnte, wurden diese hier besorgt, so gut es ging. Dabei haben besonders Prof. Meinhof und Herr Bernhard Struck die Güte gehabt, mitzuarbeiten. Trotzdem sind da und dort Druckfehler nicht ganz zu vermeiden gewesen; besonders s und z, r und v } b und / scheinen einige Male verwechselt zu sein, ohne dass die richtige Schreibweise mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln festzustellen gewesen Aväre. Manchmal ist uns eine Stelle oder ein Wort unklar geblieben, wir haben uns aber nicht für berechtigt gehalten, eigenmächtige Änderungen vorzunehmen. Ebenso schien es uns richtig, den ursprünglichen Wortlaut auch dann beizubehalten, wenn er von der sonst meist üblichen Ausdrucksweise abwich. So findet sich z. B. auf S. 4 ff. eine ausgezeichnete und wissenschaftlich sehr wertvolle Darstellung der tote- mistischen Anschauungen in Kiziba; ich bin sicher, dass sie nur verloren hätte, wenn man nachträglich die jetzt übliche Terminologie hineingearbeitet hätte; sie wirkt in ihrer ursprünglichen Fassung ungleich frischer und überzeugender.

Von diesem Grundsatze des Stehenbleibens bei dem Wortlaute des Manuskriptes ist auch in einem Falle nicht abgewichen worden, in dem zweifellos ein Missverständnis vorlag bei dem Satze auf S. 110, dass die Bahima ,,Semiten" seien. Das ist natürlich nicht buchstäblich zu nehmen, sondern darf nur im Sinne von Merk er verstanden werden. Dieser hochverdiente, seinen Freunden und der Wissenschaft viel zu früh entrissene Offizier hat eine grosse Monographie der Masai geschrieben, die demnächst schon in zweiter Auflage erscheinen wird und eine wahre Fundgrube wertvollen Materials darstellt; er war aber durch eine unglückliche Verkettung von Umständen zu der Anschauung gelangt, die Masai seien Semiten, sogar richtige Urjuden, die schon vor den ersten Anfängen der ägyptischen Geschichte den Nil aufwärts gezogen seien. Es ist hier nicht der Platz, diese Theorie zu widerlegen, aber sie musste erwähnt werden, weil sie Herrn Rehse veranlasst hat, auch die Huna von Kiziba als ,,Semiten" zu bezeichnen. Tatsächlich gehören diese, genau wie die Masai, in den grossen hamitischen Kreis, dem auch die alten Ägypter, die