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Drittes Kapitel.

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Abb. 18. Feuerbolirer, rurindi, wird so lange zwi­schen den Handflächen hin und her gedreht, bis er sich an mukete entzündet. Etwa y$ d. w. Gr.

Die Küche.

Lage. Feuer. Feuerzeug. Herd. Küchengerät. Zubereitung der Speisen. Verbotene Speisen. Keine

Menschenfresserei.

Da die Küche sich im Mittelpunkte des Hauses befindet, so würde ein Lot, von der Spitze des Hauses gefällt, direkt die Herdstelle treffen. Die Spitze des Hauses lässt sich gegen das Eindringen _ ^

von Regen schlecht verschliessen, so dass bei starken Regenschauern fortwährend einige Tropfen die Feuerstelle treffen. Die­selbe wird durch drei Herdsteine be­zeichnet, welche in der Regel die Form eines Kegels haben und mit ihren Spitzen nach oben liegen. Der eine dieser Herd­steine ist dem Hausherrn geweiht. Beim Tode des Hausherrn opfert der Nachfolger den Stein dem Erdgeiste Irungu.

Zwischen den Herdsteinen brennt das Feuer. Dasselbe wird stets unter­halten; sogar des Nachts glimmt es ruhig weiter. Man brennt meistens sehr harte Holzsorten. Die einzelnen Stangen schiebt man nach und nach dem Feuer zu, so dass

sie nur langsam verbrennen. Der Grund für die ständige Unterhaltung des Feuers liegt in den Schwierigkeiten der Herstellung. In neuerer Zeit verwendet man auf das Unter­halten des Feuers nicht mehr so viel Sorgfalt wie früher, da die Streichhölzer des Europäers auch schon Ein­gang in die Wildnis Kizibas gefunden haben und zu nicht teueren Preisen käuflich sind. Feuer wurde früher nach der bekannten Weise mit Hilfe der Reibung zwischen einer härteren und einer weicheren Holzart zuwege gebracht. Hierbei lag das weichere Holz unten und hiess mukete. Den Bohrstab rurindi bewegte 2*

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Abb. 19. nyungu, Kochtopf, auf den Herdsteinen stehend.