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Fünftes Kapitel.

Kleidung.

Kleidung- der kleinen Kinder, Mädchen, Knaben, Frauen, Männer. Das Fell für Knaben. Fuss­bekleidung. Kriegskleidung. Hut.

Kleine Kinder, Knaben wie Mädchen, gehen in der Regel nackt. Mit dem sechsten, dem siebenten oder auch erst mit dem achten Lebensjahre legen die Mädchen einen Grasschurz an (Abb.31). Dieser Schurz ist aus Raphiabast her­gestellt und wird mit dem Saft des mw/b&a-Strauches braunschwarz gefärbt. Die ein­zelnen Halme haben selten eine Länge von über 15 Zenti­meter. Bevor das Mädchen den Schurz anlegt, wird der­selbe mit Butter be­schmiert, was aisganz besonders fein gilt. Die Knaben in

Abb. 31. Mädclienschurz. '/s d. w. Gr. iiieiius. demselben Alter tra­

gen auch den Gras­schurz aus Raphiagras, jedoch sind die Halme bedeutend länger, sie reichen fast bis an das Knie. Auch wird der Schurz nicht gefärbt, sondern in Naturfarbe getragen. Eine bestimmte Trageweise für diesen Grasschurz der Knaben ist nicht vorgesehen. Einige tragen denselben um den Hals, andere nach Art einer Schärpe um die Schulter, wieder andere tragen ihn um die Blosse. Der Grasschurz heisst für Knaben und Mädchen kashemshe, zu deutsch: Grasschürzchen.

Die Frauen tragen auch einen Grasschurz. Derselbe ist jedoch viel dichter gefertigt als derjenige für Knaben und Mädchen, und zwar aus sehr langen, bis auf die Fussknöchel reichenden Grashal­men. Der Frauenschurz führt den Namen kishenshe, d. h. ,,der Gras­schurz". Ärmere Frauen tragen an Stelle des Raphiabastes einen Schurz aus Bananenbast.

Ein anderer Kleidungsgegen­stand für Frauen ist das Fell,

ruhu. Es ist das ein oberfläch- Abb 32< FellmanteL

lieh zubereitetes Ziegenfell, das hie 5430. Naeb Koiimann.