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Die Melodien sind feststehende, seit alters her bekannte. Woher sie kommen, wissen die Eingeborenen nicht. In der Neuzeit — das versichern alle übereinstimmend — gäbe es solche Liedermacher in Kiziba nicht mehr*.
Anders steht es mit dem Text der Lieder. Dieser wird häufig von dem Sänger im Augenblicke des Vortrages gedichtet. Dadurch wird der Sinn für den Fremden oft so dunkel, dass er ohne Kommentar nicht verständlich ist. — Andere Lieder haben aber auch feststehenden Text. Diese bestehen dann in der Regel nur aus einer einzigen Strophe (z. B. das Kriegslied oshenyir 'enkui usw. oder das Marschlied hanget kang'omurai usw.). Noch andere haben einen Jodler oder Refrain, die feststehend sind, während der eigentliche Text von dem Sänger gedichtet wird. Jodler kommen als Laute wie eh!, mjo!, yoho, ihoi usw. vor. Der Refrain besteht entweder in der Wiederholung des vom Sänger vorgetragenen Textes oder er drückt irgendeine Redensart und dergleichen aus. Die Zwischenworte bestehen aus Redensarten wie wasib'otai (wie verbrachtest du den Tag?) orair'otai (wie verbrachtest du die Nacht?), oder aus Anreden wie tata na mawe (Vater und Mutter), waitu! (Herr), rugaba (Gott) usw.
Wird im Chor gesungen, so singt der Hauptsänger das Lied, während der Chor ihm „zustimmt", d. h. antwortet. Diese Antwort bildet den schon erwähnten Refrain. Der Sänger — der meistens zugleich Dichter ist — kann oft den neuen Vers nicht schnell genug zusammenreimen. In diesem Falle weiss er sich damit zu helfen, dass er an Stelle der Worte jodelt.
Kann oder will er nicht weiter singen, so ruft er otio! = so ist es! und das Lied ist damit beendet.
Neuntes Kapitel.
Verkehrsverhältnisse, Verkehrsmittel, Handel, Masse und
Gewichte.
A. Verkehr und Verkehrsmittel.
Strassen. Brücken. Körbe. Tragpolster. Verpackung. Sänfte. Boot. Bootsbau.
An Strassen und breiteren Wegen kannte man, bevor die Europäer im Lande ansässig waren, nur die Dorfstrassen. Alle anderen Verkehrstrassen im Lande bestanden aus schmalen Fusswegen. Wenn zwei oder mehrere Baziba eine Reise machten, so gingen sie nicht, wie es die Europäer zu tun pflegen, nebeneinander, sondern im Gänsemarsch hintereinander. Diese Gewohnheit haben sie bis heute beibehalten, obgleich die neuen, nach europäischem Muster breit angelegten Strassen ein Nebeneinandergehen sehr wohl ermöglichen würden.
Die Strassen des Landes waren recht unpraktisch angelegt. Welches Prinzip man dabei verfolgt hat, bleibt für uns Europäer unverständlich. Sie sind durchaus nicht immer die kürzesten, auch wenn es so aussieht, als ob sie manchmal den geradesten Weg zwischen zwei Punkten nehmen wollten. Dazu führt die Strasse noch über Berge, durch Sümpfe usw., so dass der Weg kein angenehmer ist. Brücken kennt man so gut wie gar nicht. Die meisten Flüsse passiert man, indem man die
* Beim Sultan Kishebuka von Ktamutuara wohnt eine Frau, welche Lieder und Melodien dichtet.
