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Sechzehntes Kapitel.
Zeitrechnung und astronomische Kenntnisse.
Zeitrechnung nach Mondphasen. Sonne, Mond und Abendstern. Wolken. Gewitter. Sternschnuppen.
S tundenb ez eichnungen.
Kalender bestehen nicht. Die Zeitrechnung ist eine sehr ungenaue. Man zählt nach Monaten oder Tagen. Man kennt vier Jahreszeiten von ungleicher Dauer. (Jahreszeit, kirimo.)
1. kaamda Dezember, Januar.
2. toigo Februar, März, April.
3. kianda Mai, Juni, Juli, August.
4. msenene September, Oktober, November.
Freilich verschieben sich die Jahreszeiten nach der Witterung. So beginnt z. B. die Jahreszeit msenene, wenn im Herbst die ersten Heuschrecken, ensenene, fallen.
muhmguko gu'akaanda, das Kommen, das Eintreten von akaanda muiniko gue toigo, das Herabneigen des toigo.
Diese Namen dienen lediglich zur Bezeichnung der Phasen des Ackerbaues. Mit unserer Einteilung der Zeit in Monate haben sie nichts gemein. Auch kennt der gewöhnliche Mann keine Monatsnamen*. Die Schriftkundigen bedienen sich neuerdings des europäischen Kalenders.
kuezi der Monat.
Wieviel Tage der Monat hat, ist unbekannt. Man teilt ihn nach den Mondphasen ein.
kuezi erstes Viertel kuezi letztes Viertel
kimatiro Vollmond kuezi kuayerna der Mond steht auf,
(= Neumond).
Die Dauer der einzelnen Mondphasen nach Tagen ist nicht bekannt, kuezi kuayerna bildet den Anfang des Monates. Von ihm aus rechnet man z. B. zwei Tage nach Neumond, okuezi kuyemire ebiro ebiri usw. Der Beginn des Monats, kuezi kuayerna., ist ein allgemeiner Festtag.
Irgendein Hilfsmittel, bei bewölktem Himmel den Neumond zu erkennen, gibt es nicht. Man behauptet getrost, dass man bisher den Neumond noch stets gesehen hatte.
Die Sonne spielt in der Zeitrechnung keine Rolle.
izoba Sonne muezi die Nachthelle.
izoba oder mmhana Tageshelle
Die astronomischen Kenntnisse sind durchaus mangelhaft. Von den Sternen, nyanyinyi, ist nur der Abendstern, nyanyinyi ya buaigoro, Stern des Abends, benannt und bekannt. Man kennt nicht einmal Siebengestirn und grossen Bären.
* Vgl. das Vorwort. Rehse| Kiziba.
III
