1. Neu Pommern oder Neu Britannien.

Tafel 1.

Etwa 65 Jahr alter Mann, namens Tokouka, von der Gazelle Halbinsel. Ein höheres Alter wird hier selten erreicht. Die Nasenflügel durchlöchert, mit je drei kleinen Hölzchen (aibuta) darin als Schmuck.

Tafel 2.

Etwa 35 Jahr alter Mann, namens Tovartaun, von der Gazelle Halbinsel. Im Gesicht, in der Umgebung der Augen und von der Nase zum Munde Farbentätowirung. Nasenseptum und Nasen­flügel durchbohrt. Das künstlich gelockte Haar mit gebranntem Kalk eingerieben. Auf der Stirn eine Narbe in Folge von Verwundung durch einen Schleuderstein.

Tafel 3.

Mann, namens Turadawai, von der Gazelle Halbinsel, mit einem Muschelkragen (middi oder niddi) um den Hals. Diese Kragen sind jetzt selten und je nach ihrer Breite, 2540 M in Muschel­geld oder Dewarra werth (1 Faden, d. i. nicht ganz 2 m, = 2 M). Unter dem Kragen trägt er über der linken Schulter ein kleines Körbchen. Haare künstlich gelockt und mit gebranntem Kalk eingerieben. Der Wildheit des Aussehens entspricht nicht die Gutmüthigkeit des Mannes. Die bekannten Schädelmasken dieser Gegend erinnern lebhaft an die Tafel 13 abgebildeten Gesichter (siehe z. B.Publ. Ethn. Mus. Dresden" 1889 Bd. VII Tafel 15).

Tafel 4.

Etwa 40 Jahr alte Frau, namens Jababa, von der Gazelle Halbinsel. Haar in künstlichen Löckchen. Armringe aus Trochus (lalai); sie werden von Neu Mecklenburg (Neu Irland) importirt; Hals­band von Cuscuszähnen (midall), 50 Zähne kosten einen Faden Dewarra (siehe sub Tafel 3), das Halsband enthält etwa 1000 Zähne. Die Frauen tragen solche Halsbänder so lange, bis genug Zähne gesammelt sind, um einem Mann einen Halskragen, wie der aus Muscheln Tafel 3, daraus zu fertigen. Auf dem Rücken Narben von Einschnitten, zur Blutentziehung gemacht; dies ist keine Tätowirung zum Schmucke, wie sie unten sub Tafel 6 beschrieben werden wird. Blutentziehungen sind bei Schmerzen und Krankheit sehr üblich. Nasenflügel durchbohrt und je ein Holzstäbchen darin.

Tafel 5.

Etwa 16 Jahr alte junge Frau, namens Jadedik, von Ealuana, Gazelle Halbinsel. Pandanus- blattstreif als Halsschmuck. Haar künstlich in kleine Locken gedreht. Auf der Brust Narben, wie sub Tafel 4 erklärt.

Tafel 6.

Gruppe von jungen Männern von der Gazelle Halbinsel. Die Haare alle künstlich gelockt und meist mit gebranntem Kalk eingerieben; auch der Bart. Bei Einigen die Gesichter mit Kalkstreifen verziert. Zwei Männer links haben auf Brust, Schultern und Armen Ziernarben (buliran), bei der Mittelfigur sind die der Brust noch mit Kalk bestrichen. Der liegende Mann rechts hat im Gesichte Farbentätowirung (siehe auch Tafel 2), sie besteht aus fünf Streifen, jeder aus 45 mm breiten Strichen zusammengesetzt; diese Tätowirung hebt sich Blau von dem braunen Grunde der Haut ab, trotzdem sie mit Schwarz ein­gerieben wird. Fast Jeder trägt, meist über der rechten Schulter, ein kleines Körbchen aus Palmblatt zur