A. B. Meyer uud R. Parkinson: Papüa-Typen.

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den Festplatz und bilden dann schliesslich eine grosse Gruppe. Mehrere der Masken haben Faserbündel von Bananenstämmen in der Hand, um damit kräftige Schläge auszutheilen. Die dem Dukduk angehörigen Männer, welche nicht maskirt sind, springen an sie heran, erhalten einen wuchtigen Hieb und springen dann, ohne eine Miene zu verziehen, in die Reihen der Zuschauer zurück, denn sie wollen diesen zeigen, dass die Dukdukleute gegen alle Schmerzen unempfindlich sind. Endlich stellen sich die Maskirten in einen weiten Kreis um den Festplatz und die Festgeber treten an jeden Einzelnen heran und geben ihm 36 Faden Muschelgeld (dewarra). Dann werden noch Tänze aufgeführt und endlich legt man im Tareiu die Ver­kleidung ab. Am folgenden Tage begeben sich die Dukdukmasken einzeln in die Dorfschaften und kassiren Gaben an Dewarra ein.

Tafel 10-18.

Ahnenkultus.

Um das Andenken Verstorbener zu ehren, werden von Zeit zu Zeit grosse Festlichkeiten veran­staltet. Zwei bis drei Jahre nach dem Tode gräbt man die Schädel aus, bemalt sie mit Kalk und schmückt sie mit einem Federbusche (lakua). An einem bestimmten Tage legt man sie auf ein mit Laub und Blumen umwundenes Gerüst uud dazu den Besitz des Stammes an Muschelgeld (tarnbu oder dewarra). Bei solchen Gelegenheiten kommt der Reichthum eines Stammes zu Tage. Auf dem Gerüste, das auf Tafel 17 und 18 abgebildet ist, waren 38 Dewarra-Rollen (loloi) mit ungefähr 16000 Faden im Werthe von 32000 M. An dem Gerüste sind grosse Haufen von Nahrungsmitteln aufgestapelt, Tarro, Yam, Zuckerrohr, Kokosnüsse u. a. m., um an die von allen Seiten herbeiströmenden Besucher vertheilt zu werden. Die von Rang und Ausehen erhalten auch wohl ein Schwein oder ein Huhn und bis 3 Faden Dewarra. Solche Ahnenfeste werden manchmal, unter Ausschluss der Oeffentlichkeit, von den Dukduk gefeiert. Der Tubuvan läuft von Haus zu Haus und kassirt kleine Gaben Dewarra ein, während dessen die Dukduk auf dem Festplatze tanzen und schmausen. Das dauert 810 Tage bis die ganze Nachbarschaft gebrandschatzt ist. Nachher werden die Schädel wieder verscharrt.

16. Ein solches Dukduk-Ahnenfest. Die Tubuvan und Dukduk halten die Schädel in der Hand Man sieht dies deutlich an der 2. Maske von rechts.) Davor die Tanzmusik, eine grosse Holztrommel (garamut) und mehrere Handtrommeln (kuddu), hohle Holzcylinder, die an einem Ende mit Eidechsenhaut bespannt sind.

17. Ein Theil des oben beschriebenen Gerüstes. Links oben die Schädel der Häuptlinge Toitina und Tokour mit Federbusch. Die Dewarra-Muschelgeldrollen sind zum Schutze mit Pandanus- blättern und Ratangeflecht umwunden, einige sind so alt, dass, wenn man die Hülle entfernt, die einzelnen Muschelscheibchen auseinander fallen, da der Ratanstrang, auf den sie gereiht sind, verrottet ist. Dem Gerüst angelehnt finden sich die an die Besucher auszutheilenden Nahrungmittel.

18. Schlussfest. Nachdem der ganze Stamm sich an dem Erinnerungfest für den Verstorbenen betheiligt hat, bedanken sich die Verwandten für die ihren Vorfahren erwiesene Ehre. Dazu stellen sie ihren persönlichen Besitz an Dewarra aus. Die benachbarten Dorfschaften kommen, mit Federbüschen, Laubgewinden, Halsbändern u. dgl. geschmückt, herbei und die Männer einer jeden führen vor dem Gerüst einen Tanz auf, worauf sie kleinere oder grössere Gaben an Dewarra erhalten. Zu solchem Fest haben auch Weiber und Kinder Zutritt. Je mehr Volk zusammenströmt, desto mehr fühlen die Verwandten sich geehrt. Nahrung­mittel werden an diesem Tage nicht vertheilt, an Dewarra aber oft viel, so dass nur reiche Leute so grosse Feste veranstalten können. Bei der dargestellten Gelegenheit wurden etwa 1400 Faden Dewarra im Werthe von 2800 M. verschenkt. Die 3 bekleideten Männer im Mittelgrunde sind Fidschi-Missionslehrer.

2. Neu Lauenburg oder Duke of York.

Tafel 19.

Etwa 25 Jahr alte Frau, namens Ja com. Viele kleine Narben in Folge von Blutentziehungen. Haar kurz geschoren, aber künstlich in Löckchen gedreht.

3. Neu Mecklenburg oder Neu Irland.

Tafel 20.

Etwa 29 Jahr alte Frau, namens Bomatte, aus Kabotheron, einer Insel am Nordende von Neu Mecklenburg. Zwischen den Brüsten Ziernarben, an der Stirn und am Arme Narben in Folge von Blutentziehungen. Haar in künstlich gedrehten Locken.

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