11

aber hauptsächlich Rhythmus und wird nicht improvisirt, sondern eingeübt. Man treibt dergleichen, ausser auf Buka, auch auf Bougainville und den Shortland Inseln.

Tafel 30.

Bogenschützen von Ernst Günther Hafen auf Bougainville. (Die Inseln Buka und Bougain­ville liegen dicht bei einander, nur durch den König Albert Sund von einander getrennt.) Meist ganz nackt. Die Pfeile sind nicht vergiftet, wie überhaupt nirgends auf den Salomo Inseln; wohl auf den Neu Hebriden.

Tafel 81.

Junge Männer von Cap L'Averdie, Ernst Günther Hafen, Bougainville. Vollkommen nackt. Die auffallenden, ballonförmigen Hüte werden nur von ledigen jungen Männern und nur zu einer bestimmten Zeit getragen. Beabsichtigt Einer, sich zu verheirathen oder, richtiger, bestimmt seine Verwandtschaft, ihm eine Frau zu geben, so wird solcher Hut unter gewissen Feierlichkeiten angefertigt und der Jüngling läfst sein Kopfhaar wachsen. Ist es lang genug, so wird es hart am Kopfe zusammengeschnürt und der Schopf in den Hut gezwängt. Während dieser Zeit darf er sich den Weibern nicht ohne den Hut zeigen. Wenn das Haar lang herausgewachsen ist, so dass es bis an den Gürtel oder noch weiter herabreicht, so führt man dem Jünglinge das für ihn bestimmte Mädchen zu. Das Haar" wird dann abgeschnitten und der Hut fort- geworfen. Das Gerüst des Hutes ist ganz fest aus Bambus zusammengefügt und mit zusammengenähten Pandanusblättern überzogen, die zum Theile roth gefärbt sind. Der Hut dient auch zugleich als Auf­bewahrungsort für Tabak, Pfeife u. dgl. Bei dem mittleren Manne sieht man die Gesichtstätowirung gut.

Tafel 32.

Krieger von Malaita, Ostküste. (Die Insel Malaita gehört zum englischen Theile der Salomo Inseln.) Sie gehen fast ganz nackt und sind mit Bogen und Pfeilen, die sehr zierlich geschnitzt und zusammengefügt sind, Speeren und Keulen (zwei auf dem Bilde tragen solche) bewaffnet und benutzen zum Schutz auch geflochtene Schilde; es haben jedoch in den letzten 10 Jahren Gewehre die ursprünglichen Waffen zum grossen Theile verdrängt. Die Halsbänder, welche Einige tragen, sind aus Perlen sehr kunstvoll gefertigt. Diese Salomoner haben eine bedeutend hellere Hautfarbe als die des deutschen Theiles, die nahezu schwarz genannt werden müssen. Die südlichen sind braun wie die Neu Britannier (Neu Pommern). Sie sind sehr kriegerisch, wie auch ihr Reichthum an Waffen darthut, dabei falsch und rachsüchtig, was man den dunklen Bewohnern der nördlichen Salomo Inseln nicht in dem Maasse nachsagen kann.

6. Neu Guinea.

a) Kaiser Wilhelms Land. Tafel 33.

Junge Männer von Siar, einer kleinen Insel im Norden der Astrolabebai, nahe Prinz Heinrich Hafen. Vier halten grosse Lanzen in der Hand. Schurz aus Rindenstoff. Reicher Brustschmuck aus Schweine- und Hundezähnen. Einige haben Muschelringe aus Tridacna in der Nase und den Ohren, Andere in den Ohren Schildpattringe und Holzpflöcke, zwei (der rechts in der oberen und der Mittlere in der unteren Reihe) einen nierenförmig gestalteten Schmuck aus Perlmutter in der Nase. Armschmuck verschiedenartig. Das Haar wird aufgelockert, nicht zu Löckchen gedreht, getragen; sie lockern es mit einem zugespitzten Stab auf, wie der Mittlere in der unteren Reihe einen in der Hand zu halten scheint; dann wird das Haar sorgfältig so abgeschnitten, dass es eine runde Perrücke bildet, die charakteristische Papüa-Frisur (mop-headed").

Tafel 34.

Männer aus Siar, Astrolabebai, mit Lanzen, Bogen, Pfeilen und Schilden, diese aus einem Stück Holz. Reicher Brust-, Hals-, Arm-, Stirn-, Ohr- und Nasenschmuck. Einige tragen über dem Schurze noch einen Gürtel. Der mittlere, stehende Mann hat einen Dolch aus Kasuarknochen in der Hand und an jeder Seite einen Tragsack.

2*