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lichen Klage, die ja schließlich doch nur aus Gründen der
Religion so tief schmerzlich aus ihrem Herzen dringt; nun ver¬
stehen wir auch manches, was uns sonst widerlich erscheinen
mußte. And Mitleid müssen wir haben, wenn wir hören
von der Todestraurigkeit der Leute und ihrem schließlichen
rettungslosen Niedersinken ins Reich der Schatten ohne Hoff¬
nung. Und dann, welch' prächtige Gestalten auch unter diesen
Schwarzen! Wie hochgemut das Geschlecht der Wamramba,
wie edelgesinnt der Häuptling Mongola! Wahrlich, auch die
Schwarzen haben nicht nur Anvernunst, Laster und Greuel
an sich; auch die Schwarzen haben Verstand und Gemüt;
auch die Schwarzen haben ein Herz in ihrer Brust, sind Fleisch
von unserm Fleisch! Ein Dienst für das Volk der Wapare
ist es, der in den nachfolgenden Blättern geleistet wird.
Aber doch mehr noch als dieses. Missionar v, Spieth
schreibt in dem oben angeführten Aufsatz weiter: „Es sollte
wohl allmählich die Tatsache allgemeine Anerkennung finden,
daß einer der ursprünglichsten Bestandteile der afrikanischen
Religionen der Gottes glaube ist. Wenn schon verschüttet
und in den Hintergrund gedrängt, so ist er doch tief in dem
Gemüte des Afrikaners verankert." Durch solche Quellen-
sammlungen, wie die hier folgende, wird deshalb, wie er
sagt, auch der Wissenschaft ein Dienst geleistet. Anter diesem
Gesichtspunkt lese man nun namentlich die ersten Kapitel
dieser Aufzeichnungen. Wir merken, und der Verfasser deutet
es immer wieder an: Hinter dem Gewirr der Geisterwelt,
welche uns so bunt und kraus anmutet, — zu bunt und zu
kraus, als daß wir uns gleich und leicht in diese uns so ganz
fremden Gedanken hineinfinden könnten — hinter diesem
Gewirr steht doch der Gedanke, in weiter Ferne zwar, aber
er ist doch da, — daß einstmals ein guter Gott war. So
kann das Buch an seinem bescheidenen Teile dazu dienen,
der wissenschaftlichen Theorie von der religiösen Entwicklung
von unten nach oben, also hier vom Animismus und Totemis-
mus her bis hin zum Monotheismus, wieder einen Stoß zu
geben, und zwar einen Stoß, welcher auf der Erfahrung