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Erster Teil.
Der Animisnms als Weltanschauung der wasu.
1. Wie sich dem Mwasu die übersinnliche Welt gestaltet.
Animismus ist der Glaube an die Begabung der Natur¬
gebilde mit Seelenkraft, die gesondert im Einzelding vorhanden
ist, ihm -Leben vermittelt und erhält, und die sich Heil oder
Anheil bringend aus die Umgebung auswirkt. Nach der
Meinung der Wasu wird die Seelenkrast in die Naturgebilde
hineingelegt von Izuwa, der Sonne (Gott), dem Arquell
alles Lebens. Der Sonne opsert der Königspriesterstamm der
Wamramba, damit die Feldsrüchte Seelenkrast, Nährkrast be¬
kommen. An der Seelenkrast haben im besonderen teil das
Tier und der Mensch, letzterer in seiner zweifachen Daseins-
sorm, als Wesen dieser und der anderen Welt. Die Seelen¬
kraft bleibt aber bei dem Menschen nur eine gewisse Zeit.
Nach und nach schwindet sie, ohne daß er es hindern kann,
bis sie dem Besitzer nach siebenmaligem Sterben endgültig
verloren geht. Der Mwasu legt nun das größte Gewicht
darauf, daß sie nicht vor der Zeit schwindet, daß sie ihm
nicht geraubt wird von bösen Menschen, Zauberern und
Hexen, und von den noch rücksichtsloseren Geistern der Ver¬
storbenen. Diese Mächte abzuhalten, daß sie vorzeitig die
Seelenkraft rauben und damit ans Leben gehen, ist Aus¬
gabe des brechenden Zaubers und des Totenkultes.
Der Geisterglaube. Das Wort nkoma bedeutet in
der Sprache der Parebewohner, dem Chasu, zunächst: Toten¬
schädel, den wieder ausgegrabenen und polierten Schädel