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„Ist es ein Geist, so stehe!
Stehe fest wie eine Wasserlache!
Stehe fest wie der Stamm eines Affenbrotbaumes!
Ist es nicht ein Geist, so schwanke und falle!"
Eine unendliche Menge von Möglichkeiten tut sich aus,
aber sie bringen nichts als eine unendliche Menge Unsicher-
heit. Ein blinder Mensch erhält die Ausgabe, aus einem
Weizenhausen ein einziges goldenes Körnchen herauszusuchen.
In unendlich mühsamer Geduldsarbeit tastet er alle Körnchen
einzeln ab. Aber, o Torheit, das gesuchte goldene Körnchen
ist gar nicht vorhanden! Anzähligemal legt ein Wahrsager
das Orakel, bis er eine seiner Meinung nach richtige Ant-
wort hat, bis er eine ganz bestimmte Arsache der Krankheit,
einen ganz bestimmten Ahngeist oder Zauberer weiß. Dann
befragt der Kranke ein zweites, wohl gar ein drittes Orakel.
In den meisten Fällen widerspricht ein Orakel dem andern,
denn Zufall, Lüge, Berechnung spielen eine große Rolle.
Weih man aber endlich die Krankheitsursache, so sängt das
Umherirren von neuem an, von einem Arzt zum andern,
um nun erst zu versuchen, sich des Bösen zu erwehren. Alle
Ärzte sind Lebensbringer und Lebensverderber, Retter und
Mörder. Das ist heidnische Blindheit und heidnische Ohnmacht.
3. lvie sich der Mwasu der übersinnlichen Welt erwehrt.
Abwehr ist die Losung des animistischen Heiden. Abwehr
den Ahngeistern gegenüber durch den Ahnenkult, den Irr¬
geistern gegenüber durch Beschwörung und den Zauberern
gegenüber durch brechenden und daraus solgenden versuchen-
den Zauber.
Der Gei st erdien st. Das tägliche Opfer bringt der Haus-
vater am heiligen Herd dar, an den drei in der Mitte der
Hütte eingegrabenen Herdsteinen in unmittelbarer Nähe des
Hauspseilers, der das Dach trägt. In früheren Zeiten be-
wahrte man nämlich die Schädel der Toten auf dem Boden des
Hauses auf, so daß man die Medien in der Nähe hatte. Vier-
mal spützt der Heimherr Bier an die drei Herdsteine und