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spricht: „Saramari, du Großvater, der du unfern Vater zeug¬
test! Dein Vier ist hier und deine Speise ist diese. (Hier
legt der Opfernde vier Klümpchen Vrei an den Herd.) And
du teile davon mit deinem Großvater, und dieser euer Gro߬
vater teile mit ihrem Großvater. Alle mögen essen und satt
werden. Ich schließe keinen Ahngeist aus, auch die mütter¬
licherseits sollen essen und satt werden. And jener, der Ar-
ahn, der den Stamm zeugte, esse und werde satt. Opfern
will ich euch, wie ihr es befahlt, ihr aber gebt mir Kinder,
damit der Stamm wachse, und gebt mir Rinder, die Kälber
werfen, wie mposnoko. Jener Stier dort (er weist dabei auf
einen im unteren Abteil der Hütte angebundenen Stier) ist der
eure, ist er ausgewachsen, so schiebe ich euch ihn hinunter."
Das totemistische Opfer nennt man fast durchweg ku-
semba, d. h. um Verschonung bitten. Der Kranke hat in
früheren Fahren irgend ein heiliges Stammestier, z. V. eine
schwarze Schlange, getötet oder auch nur tot gesehen, und
irgend ein Orakel hat ihm offenbart, daß das getötete heilige
Tier, in dem sich der Arahn verkörpert, ihm die Krankheit
schickte. Mit seinen Familiengliedern, doch in gerader Zahl,
macht er sich auf an jenen Ort. Ein Priester geht voran und
murmelt Formeln: „Du Schlange! ttai na Kai!"") Alle ant¬
worten: „ttai na nai!" Mit dieser gemeinsamen Antwort
leihen sie dem Priester ihre Beschwörungskraft. „Du Ur¬
sprung der Schlangen (wahrscheinlich nonäo, die sagenhaste
Arschlange), nai na nai!" Alle: „t^ai na nai." „Wir bringen
das Rind dir, das vierbeinige." Man umschreitet den Opser-
platz, hebt gemeinsam den Ziegenbock empor und tötet ihn,
indem man ihm Rückgrat und Knochen bricht. Daraus
häutet der Priester ihn ab, spaltet ihn von vorn bis hinten
und teilt die eine Hälfte den Männern, die andere den
Frauen zu. Dann schneidet er aus beiden Hälften kleine
Fleischstückchen heraus, überreicht jedem Teilnehmer vier
Stückchen, die sie aus vier aus mburuku geschnitzte Stäbchen
spießen. Diese Holzart wird gebraucht, wo es gilt, Krankes
Beschwörungsformel. „Nein und nein!" „Lass' ab, lass> ab!"