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Zweiter Teil.
Die Rückwirkung des Knimismus auf
das tägliche Leben der wasu.
l. Geburt und SäuglingZalter.
Der Kinderlosen Klage. Das heiße Sehnen der Erz-
väter nach Kindersegen versteht man in den Kulturländern
Europas, die an Übervölkerung leiden, kaum noch. In Afrika
ist das anders. Ein Leuchten tritt in die Augen der Schwarzen,
wenn sie von der Verheißung Gottes an Abraham hören:
„Ich will deinen Samen mehren wie Sand am Meer und
wie die Sterne am Himmel." And wiederum das Wort
Abrahams: „Herr, Herr, was willst du mir geben, ich gehe
dahin ohne Kinder", wie mancher angesehene Schwarze spricht
es, tiesbetrübt im Blick aus seine kinderlosen Frauen. So
oft ich jene Geschichte von der kinderlosen Hanna als Predigt-
text gewählt hatte, fand ich offene Ohren und willige Herzen.
Diese Geschichte mutet sie an wie eine Begebenheit aus ihrem
eigenen Leben. Die Traurigkeit des Elkana und der Hanna
kennen sie aus eigener Erfahrung. Ein Armer ohne Kinder
ist doppelt arm, sagt das Sprichwort. „Ich bin ein inun?a"
(eine Holzart, ganz ohne Zweig und Ast, aus der die Kinder
Pseilschäste schnitzen), klagt ein solcher, „ich habe keinen Arm,
mit was soll ich hacken? Wenn ich alt werde, sterbe ich Hungers,
denn ich habe kein Kind, das für mich hackt." — Aber auch
ein Reicher ohne Kinder ist arm, selbst wenn er noch so viele
Rinder hat. Denn wer soll die Rinder hüten und wer soll
sie erben? Eines Tages, sicher aber in seinem Alter, wenn