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wie Bäume im Walde und Gras aus dem Felde! Alle
Geister mögen schlafen, damit sie wohnen in Kühle und
großem Frieden!"
3. Tod, Begräbnis, Unterwelt.
Auch uns Christen, die wir eine gewisse Hoffnung des
ewigen Lebens haben, befällt Trauer beim Gedanken an
den Tod, ja wir können uns eines leisen Grauens nicht er¬
wehren. Der Tod ist etwas Widernatürliches. Er ist ur-
sprünglich nicht in Gottes Rat gefaßt, er hat ursprünglich
nicht in Gottes schöner Welt seinen Platz, wo alles Leben,
Friede und Freude atmete wie in der Frühlingszeit.
Annatürlich gesteigert aber ist dieses Gefühl bei den
Heiden. Eine Todestraurigkeit ergreift die Armen bei dem
Gedanken, hinunter wandern zu müssen ins Reich der
Schatten. Die Heiden trauern als solche, „die keine Hoff¬
nung haben". Tod, Begräbnis, Unterwelt, wie anders
klingt das in der Heidenwelt, als bei uns. Das Wort „Tod"
erweckt bei dem Mwasu ein Gefühl untröstbarer Traurigkeit
und unendlichen Grauens. „Begräbnis" bedeutet für ihn
das heiße vergebliche Bemühen, das Unheil auszuhalten,
das man nicht hindern kann. Und „Unterwelt" ist für ihn
das schließliche rettungslose Untersinken ins Reich der Geister
ohne Hosfnung.
Todestraurigkeit atmen alle Sprichwörter und Redens¬
arten der Wasu, die von Tod und Sterben handeln. „Der
Mensch stirbt wie ein Stück Brennholz, das schnell dürr
wird." Wenn ein Stück Brennholz geschlagen ist, so hängt
der Tod daran, auch wenn noch Leben, Saft in ihm ist;
das Leben schwindet, der Saft vertrocknet. Wenn der kleine
Schatten, der Geist, vom Menschen gewichen ist, so muß
der Mensch sterben, auch wenn er noch eine Weile lebt.
„Wer heute stirbt, starb schon vor einer Pslanzzeit", als der
Schatten, der Geist ihn verließ.
Ist ein Toter im Haus und die Fugend scherzt vor der
Tür, so warnt man: „Und ihr lacht; wißt ihr denn nicht, daß