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Zchluß.
wie es zur Bekehrung der Heiben kommt.
(Matthäi 4. 15. 16.)
Wenn ein junger Missionar zwölf bis achtzehn Monate
lang mit Fleiß sich dem Sprachstudium gewidmet hat, so
rafft er sich aus zu seiner ersten Heidenpredigt. Er bearbeitet
den Text, wie er es gelernt hat und stellt Thema und Teile
aus. Das Ganze wird gewissenhaft ausgearbeitet, ausge¬
schrieben und mühsam dem Gedächtnis eingeprägt. Der
Missionar ist voll froher Hoffnung, denn er hat sein Bestes
hineingelegt. Am andern Morgen steht er dann vor einer
kleinen Anzahl schwarzer Zuhörer. Er steht da, gleichsam mit
einwärts gerichtetem Blick, er ist darauf aus, ja nicht den
Faden zu verlieren, diese oder jene unbekannte Vokabel zu
vergessen, diese oder jene besonders packende Wendung aus-
zulassen, und so haspelt er ab. Aus den Bänken aber sitzen
die Schwarzen, suchen krampfhaft die Augen offen zu halten
und sagen: „Es predigt." Der eine raunt dem andern zu:
„Verstehst du, was der Europaer redet?" „Ach nein, ver-
stehst du, was die Geister reden?" „Du, wenn er doch erst
zu Ende wäre!" „Fa, das wäre sehr zu wünschen!" Müh-
sam nur unterdrückt man ein gelangweiltes Gähnen. Hat
der Missionar ein Jahr lang in dieser Weise gearbeitet, so
hat er nicht nur nichts genützt, sondern er kann sogar beträcht-
lich geschadet haben. „Etliches siel an den Weg und ward
zertreten und die Vögel unter dem Himmel fraßen es aus",
nein, mehr noch, im Fluge erhaschten die Vögel den Samen,
ehe er noch die Erde berührte.