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Erstes Kapitel.
Kescdreibung äes l^anctes.
Deutsch-Südwestafrika ist über emeinhalb mal so groß
als das Deutsche Reich und erstreckt sich von Norden nach
Süden zwischen den beiden Grenzflüssen gegen das portugie¬
sische und englische Gebiet, dem Kunene und Oranje, mit einer
Küstenausdehnung von rund 1450 ürn. Die durchschnittliche
Breite des Landes zwischen dem Meere und der Ostgrenze, wo es
gleichfalls ans englische Gebiet stößt, beträgt 600 Irin. Auf diesem
ganzen, so begrenzten Raum sind in der Hauptsache drei verschie¬
dene Vegetationszonen zu unterscheiden.
Längs der Küste läuft ein Landstreifen mit Wüsten¬
charakter von wechselnder Breite, die sogenannte Namib. Im
Norden ist dieser Streifen etwa 50 ürrr breit, während er in
der Mitte und im Süden eine Breite bis zu 100 üiri und darüber
erreicht. Der Boden der Namib ist felsig und teilweise von ge¬
waltigen, in Dünenform angehäuften Flugsandmassen bedeckt.
Das Land steigt von der Küste jäh an; 100 Icirr landeinwärts
beträgt die durchschnittliche Höhe schon über 1000 rrr, und weiter
ins Land hinein erheblich mehr. So liegt Windhuk über 1600 irr
hoch über dem Meeresspiegel. Die Namib kommt, abgesehen von
den sie durchziehenden Flußtälern, im allgemeinen für die Be¬
siedelung nicht in Betracht. In besonders begünstigten Regionen
finden wir indessen Salsulabüsche, Geraniaceen, die soge¬
nannten Buschmannskerzen, die die Fähigkeit haben, Wasser
aufzuspeichern, ferner sowie die große Blattpflanze
iniradilis. An lebenden Wesen kommen Antilopen,