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Bastardland. Der Süden der mittleren Erhebung des Landes gehört den
sogenannten Bastards. In den sechziger Jahren des vorigen
Jahrhunderts wanderte dieses, ans der Vermischung von Buren
und Hottentotten entstandene Volk aus der Kapkolonie über
den Oranje-Fluß nach Südwestafrika ein und ließ sich
im nördlichen Teil des Namalandes, zwischen dem Auas-
Gebirge und dem Fischstuß, nieder. Ihr Hauptort ist Reho-
both, inmitten eines ausgezeichneten Weidegebietes, etwa
90 Kilometer südlich von Windhuk gelegen. Das Bastard¬
land oder der Distrikt von Rehoboth ist ungefähr 150
Kilometer lang und ebenso breit, das heißt etwas größer, als
das Königreich Württemberg. Als Weideland kommt es dem
besten Teil des Hererolandes gleich, und manche halten es vom
Standpunkt der Viehzucht aus für das wertvollste Stück unserer
ganzen Kolonie. Es ist ziemlich wasserreich, wenn auch
die Menge der vorhandenen offenen Wasserstellen nicht aus¬
reicht, um alles dort vorhandene Weidefeld auszunutzen.
Nur ein kleiner Teil des Bastardlandes ist an Weiße ver¬
kauft. Der Grund und Boden gehört dem Volk der Bastards,
und die Bastardgemeinde hat das Land unter ihre Angehörigen
so aufgeteilt, daß auf jeden ein reichliches Stück entfällt. Das
Gebiet der Bastards ist in Würdigung ihrer loyalen Haltung
während des letzten Krieges vom Gouvernement nicht ein¬
gezogen worden. Die Bastards dürfen jedoch Grund und Boden
an weiße Farmer nur mit Erlaubnis des Gouverneurs ver¬
kaufen.
IV. Vas f^ainalanä.
Volksstämme. Dre Naman oder Hottentotten sind nicht ein einheitliches
Volk, sondern zerfallen in viele kleine Stämme: die Witboois,
die Bersabaer, die Feldschuhträger, das rote Volk, die Bethanier,
die Bondelzwarts und die Franzmanhottentotten. Der Land-
Grenzen. besitz dieser Stämme ist aus Anlaß des letzten Aufstandes vom
Gouvernemant zugunsten des Fiskus eingezogen und dadurch der
Besiedelung in weiterem Umfange als bisher geöffnet worden.