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Zweites Kapitel.
Die Znsieälung.
Auskunft über alle auf die Auswanderung und Anfiedlung bezüglichen
Verhältnisse erteilt die aus staatlichen Mitteln unterhaltene und unter staatlicher
Aufsicht stehende Centralauskunftsstelle für Auswanderer, Berlin,
Schellingstraße 4.
Sofern der vorliegende Ratgeber zu Zweifeln Anlaß gibt oder über dessen
Rahmen hinaus Auskunft gewünscht wird, werden sich die Fragesteller, wenn
sie nicht direkt mit dem Kaiserlichen Gouvernement in Windhuk in Verbindung
treten wollen, an die genannte Auskunstsstelle zu wenden haben.
I. Allgemeines.
Für jeden, der nach Deutsch-Südwestafrika auswandern will,
erhebt sich als erste und wichtigste Frage die, wie hoch das Ka¬
pital sein muß, das er hierzu notig hat. Allerdings ist das
Gouvernement bestrebt, amtliche Fonds zu Ansiedelungsbeihilsen
verfügbar zu haben. Bei der Verwendung dieser Mittel besteht
aber der Grundsatz, daß nur derjenige auf eine staatliche Bei¬
hilfe zu rechnen hat, der auch selbst über Geldmittel ver¬
fügt und sich im Schutzgebiet auf eigenem Grund und
Boden bereits ansässig gemacht hat. Die Bedingungen, unter
denen derartige Beihilfen gewährt werden können, sind aus
Anlage 1 ersichtlich. Dagegen werden amtliche Unterstützun¬
gen zur Ermöglichung der Niederlassung Auswanderungslustiger
in der Heimat vor erfolgter Sässigmachung nicht zugebilligt. Hier¬
nach ist es auch ausgeschlossen, daß Auswanderungslustigen die
Uebersahrtskosten ganz oder teilweise aus amtlichen Fonds ver¬
gütet werden können.
Es würde wirtschaftlich ungesund sein, den Einwanderer von
der Sorge für das eigene Vermögen freizuhalten. Das Walten aus¬
schließlich mit fremdem Gelde wird niemals dasjenige Interesse
Kapital.