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den besonders gebraucht: Maurer, Tischler, Zimmerleute,
Schmiede, Wagenbauer, Maler und Sattler. Meist sind es ent¬
lassene Schutztruppenangehörige, die diese Gewerbebetriebe aus¬
üben und durch die der größte Teil des Bedarfs gedeckt wird.
Auch die kaufmännischen Geschäfte wählen ihre Angestellten gern
aus der Zahl der genannten Personen, da sie mit den Landes¬
verhältnisse vertraut sind und bereits mitbringen, was die neu
aus der Heimat Eintreffenden erst durch längeren Aufent¬
halt lernen müssen. Daher ist der aus Deutschland zu deckende
Bedarf an kaufmännischen Angestellten zurzeit noch kein sehr
großer und muß Auswanderungslustigen dieser Berufsart ganz
besonders eindringlich empfohlen werden, sich vor der Uebersiede-
lung schon eine feste Anstellung zu sichern.*)
III. Viek-uckt.
Der Farmer muß sich darüber klar sein, daß die Viehwirt¬
schaft in Deutsch-Südwestafrika, wenn er sie, ohne von schweren
Unglücksfällen betroffen zu werden, energisch und verständig be¬
treibt, ihn zwar allmählich wohlhabend machen wird, daß
sie aber in der Anfangszeit keine, danach geraume Zeit
nur bescheidene und erst nach einer Reihe von Jahren reichliche
Erträge liefert.
Man unterscheidet in Südafrika im wesentlichen vier ver¬
schiedene Zweige der Viehwirtschaft: Rindviehzucht, Kleinvieh¬
zucht, Pferdezucht und Straußenzucht.
Die Rindviehzucht Pflegt sich nur in nächster Nähe von Ort¬
schaften zur Molkereiwirtschaft auszubilden. In der Hauptsache
arbeitet sie in ganz Südafrika nur für den Verkauf von Schlacht-,
Zucht- und Zugvieh (Treckochsen).
Die Kleinviehzucht verfolgt zwei Ziele. Entweder produziert
sie Schlachtvieh oder Wolle und Mohair. Unter letzterem ver¬
steht man das Haar der Angoraziegen. Die Zahl der
Wollschafe und Angoraziegen ist zurzeit in Südwestafrika
*) Vgl. hierzu das auf Seite 73 Gesagte.
Art der Vieh
Wirtschaft.
Kleinvieh¬
zucht.
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