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Anlage i.
Bestimmungen
für clie Gewährung staatlicher ^nsieclelungsbeihilfen.
1. Zur Förderung der Landwirtschaft und der deutschen Be¬
siedelung können ans den dafür bestimmten Fonds Ansiedlungs-
beihilfen an Reichsangehörige, welche sich als Landwirte im
Schutzgebiet niederlassen, durch Gewährung unverzinslicher Dar¬
lehn bis zum Höchstbetrage von 6000 Mark bewilligt werden.
2. Das Darlehn ist in zehn gleichen Jahresraten zurückzu¬
zahlen. Die erste Rate ist mit Ablauf des sechsten Jahres fällig,
welches auf den Empfang des Darlehns folgt.
Die Rückzahlung kann mit Zustimmung des Gouvernements
ganz oder teilweise außer in Geld auch durch Abgabe von selbst
erzeugten Landesprodukten oder von Vieh erfolgen. Der Gegen¬
wert derselben wird durch die zuständige Verwaltungsbehörde
unter Berücksichtigung des Marktwerts am Ort der Leistung
bestimmt.
3. Das Gouvernement kann mit der Gewährung einer Ansiede¬
lungsbeihilfe bestimmte Auflagen verbinden, insbesondere, daß der
Ansiedler einen Nachweis über die Verwendung der gewährten
Mittel führt. Die Auszahlung des Darlehns kann auch von der
Führung dieses Nachweises abhängig gemacht*werden.
4. Die Darlehnsempfänger verpflichten sich, binnen einer vom
Gouvernement zu bestimmenden Frist, für das erhaltene Dar¬
lehn zugunsten des deutsch-südwestafrikanischen Landesfiskus eine
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