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in barem Gclde fließt jährlich dem Farmer zu, der in
der Läge ist, seine Milch oder deren Produkte glatt ab¬
zusetzen.
Leider aber ist es mit dem Absatz oft eine recht
heikle Frage. Weile Entfernung von der Bahn und
größeren Ortschaften machen es den meisten Far¬
mern heute fast unmöglich, Milch oder Butter in
gutem Zustände auf den Markt zu bringen. Unser Be¬
zirk befindet sich ja absolut in solcher Lage. Die
Paar Pfund Bulter, die hier am Platze noch Absatz,
finden, kommen nicht in Betracht. Die Allgemein¬
heit muß sich nach einer anderen Verwertungs-Mög-
lichkeit für die Milch umsehen. Früher, wo man
seine. Eingeborenen mit importiertem Beis oder Mehl
beköstigen mußte, fand man recht gut seine Rech¬
nung dabei, wenn man den Leuten als Tagesration
etwa 4 Liter Milch gab. Aber heule, wo die meisten
Farmer selber Mais bauen, oder doch billig kaufen
können, ist es absolut unwirtschaftlich, die Milcii
als Eingcboreneh-Kost zu verwenden. Eine derartige
Ausnutzung sollte rationell nur da eintreten, wo man
nicht in der Lage ist, eine andere Verwertung zu fin¬
den. Das letztere kann ja überall eintreten, wo es.
sich noch um geringe Mengen handelt. Ueberall
aber, wo ein Viehbestand von ICO und mehr Kühen
vorhanden ist, sollte man versuchen, aus der Milch
Käse zu bereiten, für den man als Dauerware auch
hei größler Entfernung genügend Absatz haben wird.
Lange ist behauptet werden: Guter Käse ließe
sich im Lande nicht herstellen. Auch in der Kap¬
kolonie soll es noch vor kurzem selten gewesen sein,
daß man guten Käse als Landesprodukt erhielt.
Wenn ich es übernommen habe. Ihnen über Käse-
fabrikation heute einen Vortrag zu hallen, so habe
ich gegen manchen, der über irgend ein Thema theo¬
retisch instruktiv redet, das vorweg, daß durch den
Käse, der auf meiner Farm Oljitambi unter Leitung
meiner Frau fabriziert wird, der Beweis geliefert
ist: Es ist sehr wohl möglich, guten Käse im Lande