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herzustellen. Enttäuschung bereiten werde ich aller¬
dings manchem, allen denen z. B., die da glauben,
heule von mir allerlei Millelehen oder Geheimrezepte
verschrieben zu erhalten. So etwas gibt es in Otji-
tambi nicht. Sachkenntnis neben unermüdlicher Ar¬
beil und peinlichster Sauberkeil, das ist das Grund¬
rezept für das vielfach angenommene Geheimnis. Für
die letzleren Funkle kann ich nichts tun, die ersteren,
die Kenntnisse, will ich Ihnen, so gut ich es durch
einen Vortrag kann, gerne übermitteln.
Wenn ich nun den Raum und meine Zuhörer über¬
blicke, so muß ich zunächst konstatieren: Einige der
anwe senden Damen oder Herren sind ja in der Käse¬
fabrikation selber so Weit, daß es für sie nur einiger
kleiner praktischer Winke bedürfte, um eine Voll¬
kommenheit zu erreichen. Von der überwiegenden
Mehrheit der Anwesenden aber muß ich annehmen,
daß ich sie auf ein ihnen fremdes Gebiet führen werde,
auf dem sie selber noch nicht tätig waren. Wenn
ich also in meinem Vortrage für die Erfahreneren
etwas weitschweifend werde, so ist es andererseits im
Interesse der .Mehrheit notwendig, das Thema ein¬
gehend und erschöpfend zu behandeln, soweit dies
im llahmen eines Vortrags überhaupt möglich.
Das Naturprodukt, aus dem jeder Käse bereitet
wird, ist, wie ja allgemein bekannt, die Milch. Ein
Liter Milch enthält bei uns im Mittel etwa 86 Pro¬
zent Wasser und 14 Prozent Trockensubstanzen.
Diese Trockensubstanz ist das für uns wichtigste,
denn die Hauptbestandteile finden sich in dem Käse
wieder. Die Trockensubstanz der Milch setzt sich zu¬
sammen aus:
i Prozent Fett
ti/2 Prozent Kasein
41/2 Prozent Milchzucker
1 Prozent Aschenleile usw.
Summa 11 Prozent Trockensubstanz
Oben angegebene Zusammensetzung der Milch bil¬
det für unser Land etwa das Mittel. Bedeutend aber