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Aus dem Quark kann man, wenn man schnell
einen genießbaren Käse haben will, besonders für
Leute, welche einen milden Käse anderen pikanten
Arten vorziehen, den sogenannten Kochkäse bereiten.
Man lasse, den abgetropften Quark so lange stehen,
bis er gelb wird, verknete die .Masse dann mit Salz:
und Kümmel nach Geschmack und bringe sie mit so
viel Ruiter zu Feuer, daß auf 8 Teile Quark 1 Teil
Butter kommt. Sobald die .Masse glasig wird, fülle
man sie in Formen oder Schüsseln. Ist der Käse ab¬
gekühlt, ist er für den Genuß fertig.
In größeren Betrieben kann man bei der Süß-
milchkäsefabrikalion aus den Rückständen „der Mol¬
ken" noch ein anderes hochwertiges Produkt ge¬
winnen, „den Milchzucker". Wie wir sahen, enthält
unsere Milch 4—5 Prozent Milchzucker. Bei einem
Verdampfen der Molken bleibt der Zucker zurück.
Entweder gewinnt man ihn in Krystall- oder in
Pulverform; er ist gut gereinigt ein wertvolles, recht,
teures Apotheken-Marktprodukt, In erster Firne fin¬
det der Milchzucker Verwendung bei der künst¬
lichen Kinder-Ernährung; nebenher aber auch noch
zu verschiedenen technischen Zwecken. Zu einer
vollkommenen Ausnutzung der Milch gehört also
auch die Gewinnung von Milchzucker.
In möglichster Kürze habe ich Ihnen nun alles
das vorgetragen, was man theoretisch wissen muß,
um in der Praxis an die Käsefabrikation heranzu¬
gehen. Wenn es auch nicht ganz leicht ist für Leute,
die nicht etwa Gelegenheit halten, auf einer Molkerei¬
schule einen praktischen Kursus durchzumachen, wie
man es /.. Ii in Elmshorn in Holstein oder auf jeder
landwirtschaftlichen Hochschule heule kann, so ist
es an der Hand eines guten Ruches für den, der mit
der nötigen Energie au die Sache herangeht, keines¬
wegs unausführbar. Auch dem Erfahrenen macht
unser Land mit seinen so ganz eigenartigen klimati¬
schen Verhältnissen manchen Strich durch die Rech¬
nung. Auch er muß in Vielem umlernen. Da heißt es