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eben für jeden, in der Praxis selber arbeiten und ver¬
suchen, bis man das Ziel erreicht hat. Jeder Mißerfolg
ist. eine Lehre für die Zukunft; wenn man nur erst
gelernt hat, die Fehler zu erkennen, ist man auf dem
Wege des Fortschrittes.
Ich bezweifle es nicht, daß wir in einigen Jahren,
wenn das Land mehr besiedelt ist und mehr Vieh
auf den einzelnen Farmen steht, auf genossenschaft¬
lichem Wege unsere Milch durch Käsefabrikation
verwerten werden. Ein solches Unternehmen laßt
sich weit leichter durchführen, wie z. B. ein solches,
wo man die Butter in Dosen schlägt, vertötet und
dann auf den Markt bringt. Sehr gut läßt sich die
Milch auf den einzelnen Farmen zu Bruch oder
zu Quark verarbeiten. Ohne Risiko des Verderbens
könnten diese Produkte auch auf größere Entfernun¬
gen an die Molkerei geliefert werden, wo dann die
eigentliche Arbeit in geeigneten Reifungsräumen vor¬
genommen wird. Es gibt aber noch einen anderen
Gesichtspunkt, der uns gerade zu einer Verwertung
der Milch durch Käsefabrikation bestimmen kann.
Das isl das Bedürfnis nach Käse auf dem Weltmarkt.
Nach einer Statistik von vor einigen Jahren impor¬
tierte z. B. Deutschland noch für 21 Millionen Mark
Käse; England sogar für 6 Millionen Pfund Sterling.
Dem stand die kleine Schweiz gegenüber mit einem
Export von 35CO0 0O0 Mark. Ist unser Land erst
mehr mit Vieh besetzt, ist es für uns doch geradezu
herausfordernd, den Mehrbedarf der Heimat, den
die deutsche Landwirtschaft nicht decken kann, zu
liefern Mit Bulter ist der deutsche Weltmarkt heute
überschwemmt. Käse aber, der vom volkswirtschaft¬
lichen Standpunkte eines der vorzüglichsten Ernäh¬
rungsmittel ist, fehlt in bedeutenden Mengen.
Außerdem ist die Rentabilität, die Verwertung
der Milch, eine weit bessere durch Käsebereitung
wie beim Verbuttern. Zu einem Pfund Buller ge¬
braucht; man durchschnittlich 10—14 Liter Milch,
wenn man für das Produkt ständig 1,50 -2,00 Mark