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erzielt, ist man sehr zufrieden. Bei der Fabrikation
von Vollmilch zu Käse erhall man aus derselben
Menge Milch 2 Pfund Käse im Werte von .'},00 Mark.
Außerdem hat man in den Molken auf alle Fälle
ja noch das vorzüglichste Futter für Schweine. Wenn
auch bei der Butterfabrikation der Rückstand, die
Magermilch, einen höheren Nährwert hat, weil auch
das werlvolle Kasein in ihr noch enthalten ist, so
isl doch die Verwertung als Futter in kein Verhält¬
nis zu bringen zu einer Ausnutzung durch Käse¬
bereitung.
Da ich bei dieser Gelegenheil auch über Verfüttern
von Rückständen der Milch und Käsefabrikation ge¬
sprochen habe, sei es geslatlet, auf einen Uebelstand
hinzuweisen, der mir gerade hier im Bezirk mehr¬
fach aufgefallen ist. Ich habe vers'hiedenllich gehört,
■daß in der Regenzeit Schweine, denen die magere
Zentrifugenmilch gereicht wurde, eingehen. Einige
Besitzer brachten diese oft beobachtete Erscheinung
mit dein grünen Grase in Zusammenhang. Dem
isl nicht so! — Mau kann die magere Milch auch
in der Regenzeit genau so gut verfüttern wie sonst,
nur darf man auf keinen Fall Milch geben, die nicht
süß, auch nicht sauer ist, die, wie man sagt, einen
Stich hat. Es ist bekannt, daß der Genuß solcher
Milch auch dem Menschen nicht bekömmlich ist.
Wenn diese Erscheinung des Schweinekrepierens nach
dem Genuß von Magermilch nur in der Hegenzeil
beobachtet wird, so erklärt sich dies einfach in
folgendem: die morgens zentrifugierte, abends ver¬
fütterte Milch bleibt in der kalten Zeil gut; in der
Regenzeil aber hat sie des abends fast immer einen
Stich ins Saure. Man verfüttere in dieser Zeit die
Milch deshalb nicht früher, bis sie. wie man sagt,
leberdick ist. In diesem Zustande isl sie für Mensch
und Tier zu jeder Zeit das bekannte vorzügliche
Nahrungsmittel.
Geradezu ein Beweis vom Disponieren ohne jedes
Rechnen isl es. wenn man hier und da hört: jemand