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in dem Schutz und
der Förderung des
Handels mit Skla¬
ven, Elfenbein usw.
Immerhin waren die
Beziehungen stark
genug, um Anfang
des 19. Jahrhunderts
den Sultan von Mas¬
kat, Said bin Sultan,
zu veranlassen, sein
Augenmerk mehr auf
Ostafrika zu rich¬
ten. Nachdem er in
den dreißiger Jahren
durch Verrat den
letzten selbständigen
Herrscher von Mom-
bassa, einem Ange¬
hörigen der Mazrui-
dynastie, beseitigt
hatte, verlegte er
1840 seine Residenz
nach Sansibar, und
jetzt begann für die
ostafrikanische Küste
eine Blütezeit, die
bis in die siebziger
Urwald in Usambara Jahre hinein dauerte,
wo die europäischen
Mächte aus Rücksicht auf die Unterdrückung des Sklavenhandels ihr
Augenmerk mehr und mehr Ostafrika zuwandten. Zehntausende von
Sklaven kamen jährlich aus dem Innern Afrikas in Sansibar an, um
nach Indien, Persien und Arabien weiterverkauft zu werden. Hier in
Sansibar saßen die großen arabischen und indischen Handelsherren, die
ihre Agenten bis weit in den Kongostaat hineinschickten, um gegen
Pulver, Stoffe und ähnliches Sklaven, Elfenbein und Gummi einzuhandeln.
Millionenwerte flössen in Sansibar zusammen, und der Name Sansibar
war für die Stämme des weiten Innern mit demselben Nimbus umgeben,
wie zur selben Zeit in Europa der Name Paris.
Diese Herrlichkeit, die sich im wesentlichen auf das Blühen des Sklaven¬
handels stützte, nahm ein schnelles Ende, als in den siebziger Jahren Eng¬
land von dem Sultan von Sansibar das Sklavenhandelsverbot erzwang.
Damit war sowohl dem Sultan als auch den Arabern die Haupteinnahme¬
quelle verschlossen, und entsprechend den orientalischen Anschauungen
sank mit dem Reichtum des Sultans auch dessen Ansehen. Eine tatsäch¬
liche Macht hatte dieser freilich nur auf seinen Inselbesitzungen ausgeübt,
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